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NWZonline.de Ratgeber Motor und Verkehr

Zurück zu den Anfängen

04.05.2016

Berlin Wer im Urlaub Luxus braucht, ist beim historischen Camping falsch. Hier geht es auf wenig Raum rustikal zu. Der Volkswagen T3 gehört zu den jüngsten und wohl am häufigsten zu sehenden Oldie-Campern. „Dieser sympathische Ziegelstein ist das letzte Modell der Typ2-Baureihe“, erklärt Rüdiger Schneider von der Interessengemeinschaft T3 (IG-T3). „Er wurde noch mit Heckmotor und -antrieb hergestellt.“ Der Bulli T3 verkaufte sich von 1979 bis 1992 erfolgreich in den verschiedensten Varianten - ob als Pritsche, Bus oder Wohnmobil.

Rund 270 Mitglieder und wesentlich mehr Fahrzeuge zählt die IG-T3, mit steigender Tendenz. Das Lebensgefühl T3, sagt Schneider, zeichne sich durch Minimalismus und Improvisationstalent aus. Wer also auf Luxus steht, dem wird ein Urlaub im T3 schnell unkomfortabel erscheinen.

Jürgen Scherb vom Camping-Oldie-Club schwärmt noch von anderen Modellen: „Ein Hanomag 207 auf Basis des Tempo Matador oder ein luxuriöses Mikafa-Wohnmobil (Mindener Karosseriefabriken), das sind echte Raritäten.“ Die 427 Mitgliedsfamilien des Vereins besitzen zusammen rund 900 Fahrzeuge. „Reist man weiter zurück bis in die Wirtschaftswunderzeit, so lassen sich alternativ zu den Wohnmobilen auch Caravans finden“, sagt der Vorsitzende des bereits 1988 gegründeten Vereins. Unternehmer Erwin Hymer und Konstrukteur Erich Bachem (Eriba) lösten 1957 mit dem Ur-Troll einen Reisetrend aus.

Viele der Caravans lassen sich zusammenklappen und dürfen oft auch von Oldtimern gezogen werden. „Entscheidend dafür ist das Gewicht des Zugfahrzeugs und des Anhängers“, erklärt der Camping-Experte. „Die Tüv-Abnahme ist relativ einfach: Bremsen, Achse, Reifen, Lichter und Stoßdämpfer müssen in Ordnung sein.“ Und dann kann es losgehen. Der Komfort sei gut, man kaufe die Toiletten und Duschen im Prinzip auf den Campingplätzen dazu und habe alles, was man braucht. Praktisch sei auch, dass man den Anhänger einfach abstellt und mit dem Zugfahrzeug vor Ort flexibel unterwegs sein kann.

Jeder solle aber erstmal ausprobieren, ob und wie lange er auf den Alltagskomfort verzichten kann, sagt Christian Steiger, Chefredakteur des Fachmagazins „Auto Bild Reisemobil“. Abstriche müsse man beim Schlafplatz, den Koch- und Waschgelegenheiten und - ganz wichtig - beim Fahrkomfort und der Reisegeschwindigkeit machen.

Derzeit kommen viele Youngtimer-Wohnmobile auf den Markt, die während der 80er Jahre in größeren Serien gebaut wurden. „Man kann beim Kauf noch Schnäppchen machen“, weiß Steiger, „besonders dann, wenn man sich unter den ungewöhnlicheren Modellen umsieht.“ Wer also ein erschwingliches Modell sucht, sollte sich jenseits des Bullis umschauen. „Auch Ford Transit oder die Mercedes TN-Modelle der 70er und 80er Jahre sind oft noch günstig zu bekommen“, sagt der Experte. „Und bei den kompakten Campern nicht zu vergessen sind Modelle wie der kleine Mercedes-Benz-Transporter MB 100, der Ende der 1980er Jahre auf den Markt kam, Mitsubishi L 300 oder auch Toyota Hiace.“ Allesamt Modelle, die bestens geeignet sind, um in die Welt des Oldie-Campings einzusteigen.

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