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NWZonline.de Region Ammerland Gemeinden Bad Zwischenahn

Bad Zwischenahns schönster Stammkunde aus Plastik

24.07.2019

Bad Zwischenahn Wer die Straße „In der Horst“ in Bad Zwischenahn entlangflaniert, wird früher oder später auf ihn stoßen, den jungen, sportiven, etwas blässlichen Herrn mit der Kappe, der ständig vor dem Café „Magou“ sitzt – genauer gesagt: seit acht Jahren. Einheimische kennen ihn sowieso, denn er ist inzwischen ein Teil des Stadtbildes geworden – Auswärtige müssen teils mehrmals hinsehen, um festzustellen, dass es sich um eine Plastikpuppe und nicht um einen Menschen handelt.

So mag Jeff es.

Ach ja, sein Name ist übrigens Jeff. Ob im Sommer oder Winter, bei Tag oder Nacht, Jeff sitzt immer auf demselben Platz an Tisch Nummer 81, zu Weihnachten trägt er sogar Bart, Mütze und Mantel. Er ist unser kleiner Security-Mann“, sagt Tobias Bents (36), seit drei Jahren im „Magou“ und stellvertretender Betriebsleiter. Inzwischen ist er so etwas wie eine kleine Berühmtheit im Ort. Ein Künstler hat ihn sogar gezeichnet, die Entstehung mit Zeitraffer gefilmt und den Film ins Internet auf die Social-Media-Plattform Facebook gestellt.

Man könnte meinen, der junge Herr säße die ganze Zeit völlig unbeteiligt auf seinem Stuhl, doch weit gefehlt: „Bei Junggesellinnen-Abschieden knöpft man ihm schon mal das Hemd auf und macht Fotos“, sagt Bents, „aber er hat ja auch die Figur dafür“. Opas und Opas fotografieren ihre Enkel mit ihm, andere setzen sich auch zu ihm an den Tisch. „Sie mögen den ruhigen Typen, weil der den Leuten nicht die Ohren zuquatscht“, weiß Tobias Bents.

Auch für einen Gag ist die Anwesenheit des schmucken Kerls immer mal wieder gut. „Der junge Mann zahlt heute“, sagt der Angestellte, „das hören wir hier öfters“. Geld hat der Stammkunde allerdings keins. „Deshalb bekommt er die abgetragenen Klamotten vom Chef.“ Es ist allerdings nicht so, dass die Figur ständig im Mittelpunkt steht. „Viele interessiert es auch gar nicht“, sagt Bents, „die Reaktionen sind ganz unterschiedlich“.

Die NWZhat sich mal mit Jeff unterhalten. Schließlich muss so einer doch viel erleben und viel Zeit haben, sich Gedanken über Gott und die Welt zu machen.

Meine Lieblingstasse:

Am liebsten trinke ich Kaffee in meinem Stammcafé, in dem ich ja ständig anzutreffen bin. Ich bin dort bekannt, man weiß, aus welchem Gefäß ich am liebsten trinke. Da bekomme ich natürlich auch immer meine Lieblingstasse. Sie ist aus weißem Porzellan und herrlich rund geformt. Leider fühle ich mich manchmal etwas unbeweglich, weshalb mir schon so mancher Kaffee kalt geworden ist.

Mein Lieblingsplatz:

Ich sitze immer an Tisch Nummer 81 am Eingang auf dem Stuhl an der Wand, weil ich von dort aus den besten Überblick habe. Ich führe dort ein gutes Leben, weil ich da schön in der Sonne sitzen kann. Trotzdem werde ich einfach nicht braun. Auch einen Sonnenbrand habe ich noch nie gehabt. Das Beste ist aber, dass man mich hier, auf meinem Platz, auch gut sehen kann – da setzt sich schon mal jemand dazu.

Dafür stehe ich nachts auf:

Fakt ist, dass ich nachts überhaupt nicht aufstehen muss, weil ich nämlich überhaupt nicht ins Bett gehe. Ich bleibe einfach auf meinem Platz sitzen, genieße die Ruhe nach dem Trubel des Tages und schaue mir den Sternenhimmel über Bad Zwischenahn an. Es gibt einfach nichts Schöneres. Das Einzige, wofür ich aufstehen würde, wenn ich es denn könnte, ist eine Tasse Kaffee, denn so eine Nacht kann vor allem im Winter schon lang und kalt werden.

Das macht mir Freude:

Worüber ich mich freue? Das sind die vielen Menschen, die sich mit mir fotografieren lassen wollen. Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich in guter Gesellschaft bin und einen schönen Kaffee bekomme. Wenn die Menschen um mich herum gut drauf sind und es ihnen gut geht, das freut mich am allermeisten. Was ich ebenfalls gut finde: wenn ich mal wieder neu eingekleidet werde. Die Leute um mich herum passen schon darauf auf, dass ich adrett aussehe.

Das macht mir Sorgen:

Die Klimaerwärmung ist so eine Sache, die mich etwas besorgt, denn manchmal ist mir schon ziemlich warm hier. Man muss ja schon fast Angst haben, dass man hier wegschmilzt, wenn die Temperaturen so sind wie in diesen Tagen. Aber: Ich bin hart im Nehmen. Worum ich mich bei dem Wetter mehr als um mich selbst sorge, sind die Menschen um mich herum. Man hört da schon häufiger mal den Krankenwagen. Ich möchte, dass die Leute ganz besonders auf sich aufpassen.

Das mag ich an der nwz:

Für mich sind besonders der lokale und der regionale Teil der NWZinteressant, weil ich immer weiß, was in Bad Zwischenahn und umzu so passiert. Das interessiert natürlich auch die Leute, die sich hier so zu mir setzen. Auch den Sportteil lese ich sehr gern, denn, schauen Sie mich an, alles andere wäre doch überraschend, oder? Viel austauschen kann ich mich mit den Gästen hier aber nicht, weil ich eher der ruhigere Typ bin. Aber gerade das mögen sie ja auch so an mir.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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