Bad Zwischenahn - „Meine Eltern haben früher immer die Sendung Aktenzeichen XY ungelöst gesehen. Ich habe das mit dem Weissen Ring also sehr früh mitbekommen“, sagt Mareike Fröllie. Sicher haben viele Menschen in jungen Jahren die Sendung des Weisser-Ring-Gründers Eduard Zimmermann gesehen, ohne später selbst als Berater dort mitzuarbeiten, aber für die 33-jährige Bad Zwischenahnerin gibt es ja auch noch einige andere Gründe. Acht Jahre hat sie als Soldatin auf Zeit in der Bundeswehr gedient, zwei ihrer Brüder sind ebenfalls Soldaten. „Der eine war zweimal in Afghanistan“ berichtet sie. Und überhaupt wisse in der Bundeswehr jeder um Menschen, die nach Einsätzen mit traumatischen Erfahrungen zu kämpfen hätten. Ähnliche Erfahrungen erlebten auch Verbrechensopfer, sagt Fröllie. Nach ihrer Zeit bei der Bundeswehr bereitet sie sich jetzt mit einem Studium darauf vor, als Traumatherapeutin zu arbeiten. Sie will Polizisten und Soldaten helfen, die immer häufiger mit akuten oder posttraumatischen Belastungsstörungen zu tun hätten. Da war der Schritt nicht mehr weit, den Weissen Ring ehrenamtlich zu unterstützen. „Die Opferhilfe als Ehrenamt und die Arbeiten mit Soldatinnen und Soldaten sowie Polizistinnen und Polizisten als Hauptberuf – das ergänzt sich“, findet sie.
Bevor die Mutter von zwei Kindern beim Weissen Ring als Beraterin tätig werden durfte, musste sie ein Grund- und ein Aufbauseminar absolvieren und bei einigen Beratungsterminen mit „alten Hasen“ wie Michael Strebel dabei sein.
Strebel, Hans Lammers und Rita Bley, die bisher das Team des Weissen Rings im Ammerland bildeten, freuen sich über die Unterstützung und weiten ihr Angebot im kommenden Jahr aus. So wird es künftig an jedem zweiten Dienstag im Monat Sprechstunden im Alten Kurhaus, auf dem Hohen Ufer 20, geben. Start des neuen Angebots ist am Dienstag, 9. Januar, von 10 bis 13 Uhr. „Dort haben wir Ruhe und Zeit, um Interessenten wie Betroffene zu informieren, zu beraten oder auf andere Weise helfend zu unterstützen, so Lammers. Außerdem will sich das Ammerländer Team künftig nicht nur direkt um die Opfer von Verbrechen, sondern auch um präventive Aktionen wie Vorträge in Vereinen kümmern.
