Rostrup - Fast auf den Tag genau 20 Jahre nach der Gründung hat beim Umweltbildungszentrum Ammerland am Mittwoch einen neue Ära begonnen. Nach zwei Jahrzehnten in, so Landrat Jörg Bensberg, „wenig umweltfreundlichen Verhältnissen“ ist die bisher in einer ehemaligen Kfz-Werkstatt auf dem Gelände der Berufsbildenden Schulen untergebrachte Einrichtung auf die andere Seite der Elmendorfer Straße gezogen. Hier hat der Landkreis für rund 200 000 Euro das Übungshaus der BBS in einen energetisch zeitgemäßen Bau verwandelt – unter anderem mit Solaranlage und Luft-Wärmepumpenheizung.
„Einen nicht mehr wegzudenkenden Platz in der Ammerländer Bildungslandschaft“ nannte Bensberg im Beisein zahlreicher geladener Gäste – unter ihnen Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie die Bürgermeister oder ihre Vertreter aus allen Ammerland-Gemeinden – das Umweltbildungszentrum, das einzige im Land in kommunaler Trägerschaft. Es sei heutzutage wichtiger denn je, möglichst frühzeitig mit der Umweltbildung zu beginnen. Wie das gehen kann, zeigten Energiewächter der Grundschule Rostrup bei der kurzen Suche nach unnötig brennendem Licht, zu hoch gedrehten Heizkörpern und nicht abgeschalteten Steckerleisten.
Landesumweltminister Stefan Wenzel (Grüne) nannte das UBZ „eine vorbildlich vernetzte Einrichtung, die sehr wertvolle Impulse für die Bildungsarbeit gibt“ – 20 Jahre, nachdem Amtsvorgängerin Monika Griefahn (SPD) die Einrichtung eröffnet hatte. Die Partner seien von großer Bedeutung – von der Universität Oldenburg über die Landfrauen bis hin zu Naturschutzverbänden. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) genieße in der Landesregierung einen sehr hohen Stellenwert. Deshalb werde sie sicher auch der von Landrat Bensberg erhobenen Forderung nachkommen, weiter genügend Lehrerstunden zur Verfügung zu stellen. „Die junge Generation zu gewinnen ist eine besondere Herausforderung“, meinte Wenzel angesichts von Klimawandel und Energiewende. Für die Zukunft wünsche er sich eine „noch engere Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg, um hier Angebote zu nutzen.“ Denn, so der Minister: „Die Umweltbildung ist ein ganz entscheidender Baustein der Umweltpolitik.“
Als Geschenk erhielt er von Ute Aderholz, seit Gründung Leiterin der Einrichtung, „die ersten Früchte unserer Arbeit“: Kartoffeln aus dem Schulgarten hinter dem UBZ, der gemeinsam mit der BBS genutzt wird. Dazu gab es Ammerländer Honig und frisch gepressten Apfelsaft.
Aderholz betonte, dass es immer Wunsch gewesen sei, in Bad Zwischenahn zu bleiben – in unmittelbarer Nähe zu den Kooperationspartnern BBS und Park der Gärten. Denn erfolgreiche Arbeit sei nur mit guten Rahmenbedingungen möglich, die man nun ebenso habe wie ein motiviertes Lehrer-Team.
