OHRWEGE - 75 Jahre erfolgreich in der Brandbekämpfung: Das kann die Freiwillige Feuerwehr in Ohrwege von sich behaupten. Die Einheit war im März 1933 in der Gaststätte Kruse gegründet worden. Am Sonntag wurde das Jubiläum im feierlichen Rahmen auf dem Betriebsgelände der Baumschule Bruns begangen. Ortsbrandmeister Holger Meints konnte neben den Vertretern von Rat und Verwaltung auch die Abordnungen der Ortsfeuerwehren der Gemeinde Bad Zwischenahn sowie Vertreter der örtlichen Vereine begrüßen. In seiner Begrüßungsansprache appellierte er an die Bevölkerung, ehrenamtliches Engagement weiterhin zu unterstützen. Noch wichtiger sei es, wieder vermehrt junge Menschen für eine Mitarbeit in der Feuerwehr zu begeistern.

Die 75-jährige Geschichte der Wehr stellte Alterskamerad Horst Hempen vor. Im Jahre der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 sei jeder gedrängt worden, sich zu organisieren und eine Uniform zu tragen. Um nicht unbedingt einer NS-Organisation anzugehören, sei zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr aufgerufen worden. Die Mitglieder erhielten braune Uniformen mit Hakenkreuzbinde und wegen der „infanteristischen Grundausbildung" habe man hinter vorgehaltener Hand bald von einer „Braunen Wehr“ gesprochen. Nach dem Kriege habe es dann im August 1947 eine Wiedergründung der Ohrweger Wehr gegeben. In seiner Rückschau erinnerte Hempen auch an die einschneidenden technischen Veränderungen in der Einheit.

Die Ohrweger Wehr habe wiederholt ihre Einsatzfähigkeit und Motivation unter Beweis gestellt, lobte Bürgermeister Dr. Arno Schilling in seinem Grußwort. Voraussetzung dafür seien feste Regeln, straffe Organisation sowie eine körperliche und psychische Belastbarkeit. Am Wichtigsten sei aber die kameradschaftliche Verbundenheit. „Unsere Feuerwehren sind zwar freiwillig in der Organisation, aber professionell in der Ausstattung, in der Ausbildung und hochmotiviert in der Aufgabenwahrnehmung“, stellte er abschließend fest. Seinen besonderen Dank an die Kameraden der Altersabteilung entrichtete Kreisbandmeister Johann Westendorf. „Was diese Kameraden früher geleistet und aufgebaut haben, davon profitiert die Wehr noch heute!“