Bad Zwischenahn - Temperaturen um die 40 Grad, dazu hohe Luftfeuchtigkeit und ein Arbeitstag von 8 bis 18 Uhr – für Katrin Hoffmann war ihr Aufenthalt auf den Philippinen wahrlich keine Urlaubsreise. Eine solche war jedoch von Anfang an auch nicht geplant.
Die gebürtige Bad Zwischenahnerin war mit einem medizinischen Team des Arbeiter-Samariter-Bundes in die von einem Taifun Anfang November 2013 zerstörte Provinz Tacloban auf den Philippinen gereist (die NWZ berichtete). Vor Ort galt es, die basismedizinische Grundversorgung, die durch den Sturm zerstört worden war, für einen gewissen Zeitraum sicherzustellen.
Nun kehrte Hoffmann mit zahlreichen Eindrücken zurück. „Es herrscht vor Ort immer noch ein großes Maß an Zerstörung, die Leute vor Ort brauchen dringend Unterstützung“, schildert die 30-Jährige ihre vor Ort gemachten Eindrücke. Beeindruckender war für sie jedoch der trotz des vor Ort herrschenden Elends der Optimismus der Menschen. „Mir hat die Zuversicht der Menschen imponiert, vor allem aber die gegenseitige Hilfsbereitschaft.“ Besonders ein Moment ist der gelernten Krankenschwester nachdrücklich in Erinnerung geblieben. „Am letzten Tag kam eine Dolmetscherin zu mir und sagte, dass der Taifun doch ein Segen für die Menschen vor Ort gewesen ist. Sonst hätten sie schließlich nie diese weltweite Welle der Hilfsbereitschaft erleben dürfen.“
Es war, als ob die Katastrophe die Menschen näher zusammenrücken ließ – die Helfer aus Deutschland inklusive. „An Weihnachten brachten uns einige Menschen gar Essen vorbei“, so Hoffmann.
Die 30-jährige Psychologiestudentin gehörte zu einem Team, das über Weihnachten und Silvester in der Stadt Palo stationiert war. Mehr als 130 Patienten wurden dabei täglich behandelt. Das Aufgabenfeld der mittlerweile in Österreich lebenden 30-Jährigen umfasste dabei die Arbeit in der eigenen Apotheke sowie bei der Wund- und Patientenversorgung. Immer zur Seite standen Hoffmann und ihrem Team dabei Dolmetscher. „Zu ihnen habe ich noch Kontakt“, freut sich Hoffmann über vor Ort geknüpfte Kontakte.
