Bakum - Zum letzten Mal hat der scheidende Bürgermeister Hans Lehmann am Montag den politischen Frühschoppen zur Bakumer Herbstkirmes als Rathauschef eröffnet. Rund 150 Gäste konnte er dabei auch im Namen des Handels- und Gewerbevereins sowie der Landvolkverbände im voll besetzten Saal „Meistermann“ begrüßen.

Als Gastredner hatten die Veranstalter unter der Überschrift „Aufregen und Anregen“ Monsignore Peter Kossen eingeladen. Dank seines Einsatzes für Werkvertragsarbeiter sei der ständige Vertreter des Offizials in Vechta „inzwischen über die Grenzen des Offizialatsbezirkes hinaus bekannt“, betonte der Bürgermeister, bevor er dem Redner das Pult überließ.

„Wenn es uns nicht gelingt, menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen auch für Migranten zu garantieren, dann verrotten unsere Werte von innen“, kam der erklärte Querdenker unumwunden auf den Punkt. Die Kirche dürfe sich aus der Diskussion um den Missbrauch von Werkverträgen und um die menschenunwürdige Unterbringung von Werkvertragsarbeitern nicht heraushalten.

„Den Armen zu dienen, hat Jesus seiner Kirche nachdrücklich aufgetragen“, begründete er seinen Einsatz und schreckte auch nicht vor dem kritischen Blick in die Reihen der Kirche zurück. Für das Geld, das in Limburg für ein neues Bischofshaus ausgegeben wurde, „hätte man Heerscharen von Werkvertragsarbeitern sehr lange und sehr ordentlich unterbringen können“, stellte er unter dem Applaus seiner Zuhörer fest.

Zugleich appellierte er an die Anwesenden: Christen seien der Solidarität verpflichtet. Ziel dieser Solidarität müsse sein, Menschen so stark und selbstständig zu machen, dass sie wiederum anderen helfen können. „Liebe Zuhörer, das Rückgrat unserer Demokratie und unseres Wohlstands sind verwurzelte freie Menschen“, gab Monsignore Peter Kossen zu bedenken und lud die Anwesenden abschließend dazu ein, ihm später beim Bier gerne zu widersprechen.