Lüsche - Jetzt gibt es wieder eine sinnvolle Nutzung des alten Pfarrhauses in Lüsche. Das 100 Jahre alte Gebäude hatte knapp fünf Jahre leergestanden, eine Verwendung gab es schon lange nicht mehr, und selbst ein Abriss war erwogen worden.

Im vergangenen Jahr kam dann die Idee einer Neunutzung: Durch die wachsende Kinderzahl in Lüsche mussten auch die Kapazitäten des katholischen Kindergartens St. Josef erhöht werden. Die Kirchen- und die politische Gemeinde einigten sich darauf, im bisherigen Pfarrheim neben dem Kindergarten Platz für neue Kindergartengruppen zu schaffen.

Dafür wurde das leerstehende alte Pfarrhaus neben der St.-Josef-Kirche zum neuen Pfarrheim umgebaut. Die Bauarbeiten sind inzwischen abgeschlossen, und so konnte Weihbischof Wilfried Theising jetzt das neue Pfarrheim im alten Pfarrhaus im Beisein vieler Gläubiger einweihen.

Diese Neunutzung sei ein Zeichen des Wandels, erklärte Dechant Bernhard Schmedes im vorangehenden Festgottesdienst. Für das Gemeindeleben sei dieses Gebäude etwas ganz besonderes, fügte Schmedes hinzu, der das gute Zusammenspiel der Kirchen- und politischen Gemeinde lobte.

Auch Weihbischof Theising zeigte sich angetan vom Neugeschaffenen. Man brauche solche öffentlichen Räume zum Versammeln, sagte er. Und die Gemeinde brauche ein Dach über dem Kopf. Das, was er sich angesehen habe, sehe sehr edel aus, lobte Theising den Umbau unter Leitung des Bakumer Architekten Ewald Wehry.

Mit Blick auf die große Krippe in der kleinen Kirche ging er im Gottesdienst auf die Menschwerdung Gottes ein. An der Krippe entstehe Kommunikation, erklärte Theising. Gott habe dort die Möglichkeit, mit jedem Menschen in Kontakt zu treten. Das Kind habe eine faszinierende Ausstrahlungskraft, für die es sich sowohl damals, wie für die Hirten, als auch für die Gläubigen heute lohne, weite Wege auf sich zu nehmen. Das Kind in der Krippe strahle in jedes einzelne Leben hinein.

Begleitet von Dechant Schmedes segnete Theising nach dem Gottesdienst alle Räumlichkeiten des neuen Pfarrheims. Im Untergeschoss stehen der Gemeinde zukünftig mehrere variable Gruppenräume zur Verfügung, im Obergeschoss liegt unter anderem ein großzügiger Proberaum für die Blaskapelle.

Es wäre doch schade gewesen, sich von diesem schönen Gebäude zu trennen, betonte auch Bürgermeister Tobias Averbeck, der das gute Zusammenspiel mit der Kirchengemeinde lobte. Ausdrücklich bedankte er sich bei den lokalen Handwerkerfirmen für die sehr gute Arbeit.

Die hohen Geburtenraten der vergangenen Jahre hätten eine Erweiterung des Kindergartens unumgänglich gemacht. 2014 sei die Geburtenzahl so hoch gewesen wie 1968. Die Einweihung des neuen Pfarrheims sei für ihn als Bürgermeister daher nur die erste Halbzeit. Jetzt könnten die Umbauten für die Kindergartenerweiterung im alten Pfarrheim beginnen.