Bakum - Die Beisetzung des kleinen Johannes Gethsemane auf dem katholischen Friedhof in Bakum am 26. August löste eine Welle der Betroffenheit aus. Durch den Namen, den der Säugling vom örtlichen Standesamt erhalten hatte, sei er ansprechbar geworden, und habe seine Würde zurückerhalten, betonten Pfarrer Bernhard Schmedes und Pastorin Elke Koopmann damals. Eine Woche zuvor hatte eine Reisende den Neugeborenen auf einer Toilette der A 1-Rastanlage Bakumer Wiesen West tot aufgefunden (die NWZ  berichtete).

Seitdem ist das für Tötungsdelikte zuständige erste Fachkommissariat der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta mit den Ermittlungen in diesem Fall betraut. Eingeschaltet hat sich zudem die Saatsanwaltschaft Oldenburg. Zwar gingen Hinweise ein, doch eine heiße Spur, die zur Mutter geführt hätte, war bislang nicht dabei, so die Behörden. Auch eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro und die Aufnahme des Falles durch die TV-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst am 10. September, brachten kaum greifbare Ergebnisse.

Greifbar ist dagegen, was vor Ort in Bakum zwischenzeitlich geschah. Der Loher Treckertreff hat mehr als 600 Euro für die Grabpflege gesammelt. Das Geld haben die Initiatoren der Aktion der Gemeinde, die auch für die Anschaffung eines Grabsteins sorgte, übergeben, berichtet Clemens Berndmeyer von den Treckerfreunden. Und noch in diesen Tage halten bisweilen Friedhofsbesucher an dem Kindergrab ein. Einige von ihnen gehörten auch Ende August zur Trauergemeinde.

Das Echo auf die Initiative der Gemeinde Bakum war durchweg positiv, sagt Hauptamtsleiter Ludger Grafe. Viele Menschen zeigten sich beeindruckt davon, wie die Gemeinde das Thema angegangen sei. Öffentlich darauf hingewiesen habe etwa der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Stephan Siemer (Vechta) beim traditionellen Bakumer Herbstmarktempfang.