Harkebrügge - „Wenn alle Hinweise und Dokumentationen über das Vorkommen bedeutsamer Vogelarten ernst genommen worden wären, dürfte eine Genehmigung nicht ausgesprochen werden“, heißt es in einer Mitteilung der Bürgerinitiative Lohorst/Wittenberge/Rothenmethen/Kammersand, die sich gegen den Bau eines Windparks in diesem Gebiet in Harkebrügge ausspricht.
Ihren Angaben zufolge stünde eine Genehmigung des Landkreises unmittelbar bevor. Aus Sicht der Initiative seien die zahlreichen Argumente „erneut unzureichend abgewogen und berücksichtigt“ worden, um im Hinblick auf die Umweltrelevanz sachgerechte Entscheidungen zu treffen. Denn wie sonst könne es sein, dass ein jährlich so hohes Vorkommen an Tundrasaatgänsen am Kammersand, das als bedeutsames Rastgebiet einzustufen sei, vom Landkreis Cloppenburg ebenso wenig zur Kenntnis genommen worden sei wie beispielsweise auch die Hinweise auf das Brutvorkommen des Rotmilans.
„Von einer ordnungsgemäßen und sachgerechten Umweltverträglichkeitsprüfung der sechs geplanten Windkraftanlagen am Kammersand kann im Hinblick auf den Natur- und Artenschutz keine Rede sein“, heißt es in dem Schreiben weiter.
Der Landkreis hingegen teilte auf Nachfrage der NWZ mit, dass noch keine Entscheidung gefallen sei, denn „das Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz befindet sich in der abschließenden artenschutzrechtlichen Prüfung, insbesondere zu den vorkommenden Vogelarten“, so Kreissprecher Frank Beumker. Der Landkreis Cloppenburg werde bis zum Jahresende eine Entscheidung treffen.
