BARßEL - Besorgte Bürger informierten den BUND-Chef. Wolfgang Briese steht der Fällaktion skeptische gegenüber.

Von Michael Keim

BARßEL - Die Motorsäge kreischte auf, wenig später lag die erste Eiche flach. Die Rede ist von den Bäumen direkt am Friedhof. Fünf von ihnen wurden jetzt gefällt. Besorgte Barßeler Bürger informierten daraufhin Wolfgang Briese, Kreisvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der sah sich die Sache gestern vor Ort an. Und mit den Erklärungen von Johannes Geesen, stellvertretender Vorsitzender im Kirchenausschuss, konnte sich Briese nur zum Teil zufrieden geben.

Geesen hatte gegenüber der NWZ behauptet, dass ein Teil der Bäume ausgetackt werden musste, da zu viele abgestorbene Äste in den Bäumen hingen. Teils armdicke Äste seien immer wieder auf Straße sowie auf Gräber des Friedhofs gefallen und hätten Fußgänger gefährdet. Die Fällung der fünf Bäume habe jedoch einen anderen Grund gehabt. „Sie standen einfach zu dicht beisammen und haben sich in ihrem Wachstum gegenseitig behindert. Wir haben also Bäume herausgenommen, damit sich die übrigen besser entwickeln können“, so Geesen.

„Das ist Quatsch“, so Briese. Lediglich einer von fünf Bäumen sei erkrankt gewesen. „Die anderen Bäume waren kerngesund. Und zu dicht standen sie auch nicht. In dieser Baumreihe gibt es Stellen, wo sie noch deutlich dichter zusammenstehen“, so der BUND-Kreisvorsitzende.

Besorgte Spaziergänger reagierten gestern erschrocken. „Die wollen doch wohl nicht auch noch die anderen Bäume fällen?“, fragten sie. Doch das verneinte Geesen zumindest auf NWZ -Anfrage. Es sei darum gegangen, einzelne zu dicht stehende Bäume herauszunehmen. Geesen: „Das war auch mit dem Bürgermeister abgesprochen.“

Dies wiederum wird Wolfgang Briese Anfang der Woche klären. Darüber hinaus denkt er darüber nach, sich mit dem Landkreis in Verbindung zu setzen. „Das Austacken der Eichen war in Ordnung, die Fällaktion dagegen nicht“, meint Briese.

Hinzu komme weiterhin die Möglichkeit, dass man den alten Baumbestand in Verbindung zum Friedhof sehen könne. Dann hätte möglicherweise eine Genehmigung von der Denkmalschutzbehörde eingeholt werden müssen. Auch das will Briese prüfen.