BARßEL - Mit Aussichtsplattform und Wanderweg soll der Teich hinter Mühle und Friedhof für Bürger zugänglich gemacht werden. Die nötigen Gelder sollen aus einem EU-Programm fließen.
Von Thomas Neunaber
BARßEL - Heinz Wolfgang Briese liebt diesen Ort, den viele bisher übersehen haben. Gleich hinter der Barßeler Mühle und dem Friedhof liegt er versteckt zwischen Weiden und Gestrüpp: Ein See voll mit seltenen Teichrosen, die ihre gelben Blütenkelche dem strahlend blauen Himmel entgegenrecken.„Es ist eine Schande, dass man den See nur schwer erkennen kann“, sagt der Vorsitzende der Kreisgruppe Cloppenburg des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Naturschützer vom BUND wollen nun gemeinsam mit der Gemeinde Barßel diesen Missstand beheben und den ökologisch wertvollen See stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken.
So schwebt den BUND-Aktivisten ein befestigter Weg vor, der von der Mühle ausgehend hinab zum See und um das Gewässer herum bis zum Deichweg führt. Mit der Anbindung an den Deichweg könnte ein neuer, reizvoller Rundweg entstehen, der nach einer Wanderung oder einem Fahrradausflug mit einem Stopp an der Mühle und dem Müllerhaus beginnen oder enden könnte.
Was die Naturschützer aber keineswegs wollen, ist ein versiegelter Weg mit Klinker oder Teer. Stattdessen schwebt ihnen Split oder ähnliches lockeres Material für die Wegbefestigung vor. Eine Aussichtsplattform und Bänke sollen dem Wanderer zudem ermöglichen, einen Blick auf den See und die dortige Tierwelt zu werfen. Hinzu könnten Tafeln kommen, die über die Tier- und Pflanzenwelt rund um den See informieren. Ursprünglich hatte der BUND vorgeschlagen, einen Aussichtsturm am Kopf des Teiches zu bauen. „Diese Idee haben wir aus Kostengründen aber wieder verworfen“, sagt Briese.
Ein lohnendes Revier für Naturbeobachter ist der im Landschaftsschutzgebiet liegende rund zwei Hektar große See und die Uferböschung allemal. So beobachtete der 78-jährige Naturschützer am Gewässer schon etliche Fischreiher, Fledermäuse, Frösche, Rotkehlchen und diverse andere Singvogelarten. Nicht zu vergessen der blühende Teichrosenteppich, der momentan den See ziert.
Als nächsten Schritt muss nun die Gemeinde einen Antrag auf finanzielle Unterstützung durch das Leader+-Programm der EU stellen, sagt Briese. Gibt es hier einen entsprechenden Zuschuss, dann könnte das Projekt bereits im nächsten Jahr realisiert werden und Barßel um ein Erholungsgebiet reicher sein.
Zahlreiche
Tierarten
tummeln sich
rund um den
Teichrosen-See
