BARßEL/SATERLAND - Die Gemeinden begrüßen die größere Flexibilität. In Barßel will man zunächst mit dem HGV sprechen.
Von Thomas Neunaber
BARßEL/SATERLAND - Gute Aussichten für Kneipengänger: Künftig könnten die Kneipen im Saterland und in Barßel rund um die Uhr öffnen. Hintergrund: Das Land Niedersachsen will die Sperrzeiten für Gaststätten künftig den Kommunen überlassen.Bei Gastronom Bernhard Helmke vom Strücklinger Hof rennen die Landespolitiker mit ihrem Vorstoß offene Türen ein. „Es wurde auch höchste Zeit, dass diese Verordnung fällt“, freut sich der gelernte Koch.
Im Strücklinger Hof finden regelmäßig große Feiern statt, bei denen auch gern bis spät abends gefeiert wird. Von nun an könnte Helmke, wenn ihn die Gemeinde lässt, seine Gäste so lange feiern lassen, wie sie wollen. Kein Gesetzgeber könnte ihm mehr vorschreiben, dass er um 3 Uhr morgens seine Zapfanlage schließen muss und damit seine Festbesucher vergrault.
Hotelier und Gastronom Eilert Niehaus, Besitzer des Hotel- und Gastronomiebetriebs „Zum weißen Roß“ in Barßel, hält den Vorstoß der Landesregierung für überflüssig. „Was soll die Regelung bringen. Ich glaube nicht, dass deshalb mehr Gäste zu mir kommen“, sagt Niehaus. Für seinen Gastronomiebetrieb, der von 17 bis 23 Uhr geöffnet hat, reichen die jetzigen Regelungen vollkommen aus. „Wenn im Winter um 21 Uhr keiner mehr in der Kneipe ist, schließe ich schon mal ab“, berichtet Niehaus.
Auch Ingrid Ummen, Chefin vom Hotel-Restaurant Ummen aus Barßel, hält den Bürokratieabbau in punkto Öffnungszeiten für überflüssig. „Auch bei größeren Familienfeiern sind wir mit den vorgeschriebenen Zeiten ohne Probleme ausgekommen, mehr Flexibilität brauchen wir nicht“, sagt Ummen. Außerdem würden längere Öffnungszeiten ihre Hotelgäste um eine geruhsame Nacht bringen.
Bürgermeister Johannes Budde begrüßt, die Öffnungszeiten den Kommunen zu überlassen. „Damit könnten wir bei großen Festen wie dem Hafenfest flexibler reagieren“, so Budde. Bevor die Gemeinde über Öffnungszeiten entscheidet, wolle man sich mit dem Handels- und Gewerbeverein (HGV) treffen, sagt der Barßeler Bürgermeister.
Sein Saterländer Amtskollege Hubert Frye sieht die größere Flexibilität ebenfalls positiv. „Ich bin aber für regional einheitliche Regelungen“, so der Bürgermeister. Einen Wegfall der Sperrzeit sieht er indes kritisch.
