Barßel - Barßels Bürgermeister Bernd Schulte (parteilos) wird nicht erneut für das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters der Gemeinde kandidieren. Das erklärte der Verwaltungschef am Dienstag im Gespräch mit der NWZ . „Das Amt des Bürgermeisters war für mich auf acht Jahre ausgelegt und somit auch von mir begrenzt. Im November 2014 werde ich 62 Jahre alt. Nach 46 Arbeitsjahren sollte man in den Ruhestand gehen können oder eventuell doch noch neue Herausforderungen in Angriff nehmen“, sagte Schulte. Wie diese konkret aussehen könnten, lässt der Verwaltungschef noch offen.
„Ich respektiere diese Entscheidung“, sagte am Dienstag CDU-Fraktionsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat Ludger Elsen (52). Er werde mit Barßels Bürgermeister „weiter genauso gut zusammenarbeiten wie bisher“. Für ihn sei entscheidend, dass der Wahlkampf sachlich und fair verläuft, so Elsen. „Am 25. Mai entscheiden die Wähler. Diese Entscheidung ist dann auch zu 100 Prozent zu respektieren.“ Elsen wurde im Dezember mit 50 von 52 gültigen Stimmen auf der Mitgliederversammlung des CDU-Gemeindeverbandes Barßel nominiert. Der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes (ESD) bei der Polizei Westerstede gehört dem Barßeler Gemeinderat seit Anfang November 2011 an.
„Diese Entscheidung gilt es zu respektieren und zu akzeptieren“, sagte am Dienstag SPD-Ratsvorsitzender Nils Anhuth (27). Er geht für die Barßeler Sozialdemokraten ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Der Barßeler ist seit 2011 Vorsitzender des Gemeinderates. Einstimmig hatte ihn im Januar der Ortsverein der Partei nominiert. „Ich bedanke mich für einige gute Entscheidungen, die wir getroffen haben“, richtete sich Anhuth an Barßels scheidenden Verwaltungschef. Dazu zähle der Ausstieg aus dem Zweckverband C-Port, bei dem Schulte trotz Gegenwind „Rückgrat“ bewiesen habe.
Die Entscheidung sei „menschlich verständlich und okay“, äußerte sich Josef Wagner, Ratsherr und Vertreter der Bürgerfraktion Barßel (BfB), zur Nachricht Schultes. „Er hat sich die Zeit zum Überlegen genommen“, so Wagner. Er danke dem Bürgermeister für die geleistete Arbeit. Weiterhin offen lässt die Bürgerfraktion Barßel, ob sie einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt. „Wir werden in der nächsten Fraktionssitzung Anfang des Monats die neue Situation beraten“, sagte Wagner.
Sie wünsche Bernd Schulte, dass er noch neue Herausforderungen annehmen werde, sagte Grünen-Ratsfrau Brigitte Ebben auf Anfrage der NWZ. „Das ist ein gutes Alter zu sagen, ich mache noch mal was Neues.“ Ob ihre Partei einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 25. Mai stellen wird, stehe noch nicht fest, erklärte Brigitte Ebben. „Wir beraten noch.“ Voraussichtlich in vier bis fünf Wochen solle die Entscheidung fallen, sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag.
Bernd Schultes achtjährige Amtszeit endet im Oktober dieses Jahres. Im September 2006 hatte sich der Diplom-Ingenieur und Architekt mit 60,25 Prozent der Stimmen gegen Mitbewerber Otto Elsen (CDU) und Andreas Freesemann (Einzelbewerber) durchgesetzt. Otto Elsen konnte seinerzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten.
