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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Barßel

Elisabethfehnkanal: Die Lebensader für ganz Elisabethfehn

29.04.2014

Elisabethfehn Der Elisabethfehnkanal wird von den E’fehnern gerne als die Lebensader bezeichnet. Doch noch immer ist die Zukunft des Kanals nicht gesichert. Die Mittel für den Bau der maroden Schleuse Osterhausen hat der Bund noch nicht bewilligt. Im parlamentarischen Verfahren müsse versucht werden, eine entsprechende Freigabe der Mittel durch einen „Haushaltsvermerk“ zu erwirken, hatte jüngst der hiesige Bundestagsabgeordnete Franz-Josef Holzenkamp (CDU) mitgeteilt. Entscheiden könnte sich erst im Juni, ob die Mittel für den Bau der Schleuse tatsächlich gegeben werden. Nötig sind für den Neubau rund 1,5 Millionen Euro.

Um Bewegung in die Diskussion zu bringen, hatte der Kreistag entschieden, die Schleuse in sein Eigentum zu übernehmen. Der Verein „Rettet den Elisabethfehnkanal“ setzt seine Hoffnung in die beiden Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis, Holzenkamp und Gabriele Groneberg (SPD). Diese hatten kürzlich vereinbart, Seite an Seite im Parlament für die Zukunft des Elisabethfehnkanals einzutreten.

Am Elisabethfehnkanal wird mit aller Macht für den Erhalt des Kanals gekämpft. Der Verein „Rettet den Elisabethfehnkanal“, dessen Vorsitzender Walter Eberlei ist, ist an vielen Fronten aktiv. Er hat auch eine Zukunftswerkstatt ins Leben gerufen. Auch der Wassersportclub (WSC Soeste) hofft, dass der Kanal erhalten bleibt. „Der Kanal muss gerettet werden“, hatte WSC-Vorsitzender Rolf Diekhaus gegenüber der NWZ  erklärt. Sollte die Schleuse Osterhausen vorzeitig geschlossen werden, würden Sportbootfahrer, die Barßel erreichen wollen, einen erheblichen Umweg machen müssen. Von Barßel aus könnte der Kanal auch nicht mehr befahren werden. Möglicherweise würden Sportbootfahrer Barßel gar nicht mehr anlaufen, befürchten die Skipper.

„Eine mögliche Schließung des Kanals ist auch ein Eingriff in die Lebensqualität der Menschen am Kanal“, hatte jüngst Ludwig Juknat, Geschäftsführer des Orts- und Verschönerungsvereins Elisabethfehn (OVE), deutlich gemacht. Der Verein hatte sich bereiterklärt, im Falle eines Eigentumsübergangs auf den Kreis den Betreib der Schleuse zu übernehmen.

Aus der Bürgerinitiative „Rettet den Elisabethfehnkanal“, die sich im Oktober 2012 gegründet hatte, war im September vergangenen Jahres ein Verein gegründet worden. Mittlerweile hat der Verein mehr als 500 Mitglieder. „Das unterstreicht einmal mehr, wie sehr die Bürgerinitiative in der Bevölkerung verwurzelt ist und wie sehr sich die Menschen nach der Schiffbarkeit des Kanals sehnen“, so Walter Eberlei. Prominentestes Mitglied ist Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies.

Ins Leben gerufen hat der Verein auch den „Klönsnack am Kanal“, bei dem unterschiedliche Experten und Ideengeber eingeladen werden, um Möglichkeiten für den langfristigen Erhalt des Elisabethfehnkanals aufzuzeigen. So war etwa bereits der niederländische Kanalspezialist Sieger Mulder Gast, der über alte Kanäle – die „Turf­route“ – die von ihm und seinen Mitstreitern vor der Schließung bewahrt wurde, berichtete.

Gebaut wurde der Kanal 1855 bis 1885 als Teil des Hunte-Ems-Kanals. Die ersten Kolonate wurden im Jahre 1862 beiderseits des Kanals vergeben. 1863 baute und bezog der erste Kolonist, Johann Willms, dort sein Wohnhaus. Er baute 1863 sein Wohnhaus am Elisabethfehnkanal, schreibt Sandra Dannebeck vom Museumsdorf Cloppenburg auf der Internetseite des Kulturportals Nordwest.

Die Kolonisten beschäftigten sich mit dem Torfabbau. Diesen führten sie per Hand aus. Durch den Torfabbau und den gleichzeitigen Weiterbau des Kanals, schob sich das Fehn allmählich weiter nach Südosten, in bislang unkultivierte Moorflächen, heißt es weiter.

Auch einige Häuser wurden zunächst aus Torf- und Heideplaggen gebaut und später durch Ziegelbauten ersetzt. Jedoch durften die Kolonisten die Häuser nicht irgendwo auf dem Kolonat errichten. Vorgeschrieben war eine Entfernung von 30 Metern von der Kanalmitte.

Der Elisabethfehnkanal war damals wichtig für den Transport. Torf wurde ins Emsland und nach Ostfriesland verschifft. Wenn es windstill war, mussten die Fehntjer ihre Schiffe vom Ufer aus den Kanal entlang ziehen, weiß Dannebeck. Dabei liefen sie auf Treidelpfaden. Auch wurde von 1905 bis 1990 eine Torfkoksfabrik betrieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, so Dannebeck, habe der Handelsschiffverkehr kaum noch eine Rolle gespielt.

Der Elisabethfehnkanal stellt auch heute noch als letzter intakter Fehnkanal Deutschlands ein wichtiges Kulturdenkmal für die dort lebenden Menschen dar. Wie wichtig er ist, hatte die Bürgerinitiative „Rettet den Elisabethfehnkanal“ mit der Jubiläumsfeier im Mai 2013 verdeutlicht. „Das ganze Wochenende wird zeigen, wie viele Menschen den letzten intakten Fehnkanal Deutschlands lieben“, hatte Walter Eberlei seinerzeit versprochen. Und mit dieser Aussage Recht behalten.

Eine erste Protestfahrt zum Erhalt des Kanals hatte es bereits 1971 gegeben. Auch damals war der Kanal von der Schließung bedroht. Der Protest sei erfolgreich gewesen und der Kanal offen geblieben. Und auch heute zeigen sich die Menschen am Elisabethfehnkanal zuversichtlich, dass das gelingen wird.


Mehr Infos unter   www.elisabethfehnkanal.de 
Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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