ELISABETHFEHN - Der Bewuchs am Elisabethfehnkanal ist immer wieder Thema. Die Meinungen gehen auseinander. Nun wird ein Kompromiss angestrebt.
Von Michael Keim
ELISABETHFEHN - Der ein oder andere mag sich noch an den Ausspruch des damaligen CDU-Ratsherrn Wilhelm Groothoff erinnern. Der hatte während einer Fachausschusssitzung gesagt: „Am Elisabethfehnkanal sieht es ja aus wie am Orinoco“. Gemeint hatte er damit den rund 2100 Kilometer langen Fluss, der durch das südamerikanische Venezuela verläuft. Groothoff hatte damit den dichten Bewuchs am Elisabethfehnkanal kritisieren wollen.Dieses Thema stand jetzt erneut auf der Tagesordnung des Planungs- und Umweltausschusses. Das Wasser- und Schifffahrtsamt hatte darum gebeten, dass vor allem im Bereich Mühlenstraße und Schleusenstraße der Grüngürtel deutlich ausgelichtet werden müsste. Doch auch jetzt gingen im Ausschuss die Meinungen wieder auseinander.
Auf der einen Seite würden die Wurzeln der Bäume die Uferböschung schützen, auf der anderen Seite sei der Laubeintrag nicht gut für den Kanal. Der hatte ursprünglich keinen Bewuchs, da die Schiffe damals getreidelt, also mit Tauen vom Ufer aus gezogen,wurden. Da hätten Bäume natürlich gestört. Andere im Ausschuss wiederum lobten den Alleecharakter durch die Bäume beidseits der Straßen.
Man einigte sich auf einen Kompromiss. Demnach sollen Sträucher und kleinere Bäume entfernt werden, einzelne Bäume und Baumgruppen sollen aber in unregelmäßigen Abständen stehen bleiben. Dies wird unter anderem auch nötig, weil das Wasser- und Schifffahrtsamt in dem Bereich von der Koksfabrik bis zur Eisenbahnbrücke den Uferbereich in nächster Zeit neu anlegen möchte.
In diesem Zusammenhang kritisierten Mitglieder des Fachausschusses das Verhalten einiger Anlieger. Mehrfach sei beobachtet worden, dass Laub und Grasschnitt einfach in den Kanal entsorgt würden. Dies könne man auf keinen Fall hinnehmen.
Wolfgang Briese vom BUND regte an, Laubkörbe am Kanal aufzustellen, die von der Gemeinde im Herbst regelmäßig geleert werden könnten. Dies gebe es bereits in anderen Kommunen. „Nicht alle haben noch so große Grundstücke, um das ganze Laub zu kompostieren“, so der BUND-Kreisvorsitzende. Außerdem warnte Briese davor, den Grüngürtel am Kanal „zu scharf auszulichten“. „Das wäre dann ein Eingriff in die Natur, da könnte es Probleme geben.“ Die Unter Naturschutzbehörde soll aber ohnehin in die Maßnahme mit eingebunden werden.
Ohne Gegenstimme wurde der Auslichtung zugestimmt.
