ELISABETHFEHN - ELISABETHFEHN - Zum ersten Mal in seiner 58-jährigen Geschichte tagte am Wochenende der Heimatbund für niederdeutsche Kultur „De Spieker“ in der Gemeinde Barßel. Besser gesagt in der Teestube des Moor- und Fehnmuseums in Elisabethfehn.

Bürgermeister Johannes Budde musste in seiner Begrüßungsrede zugeben, dass er selten die Gelegenheit erhalte, öffentlich Plattdeutsch zu sprechen. In der Jahreshauptversammlung von „De Spieker“ durfte er es dann ausführlich und lobte dabei auch die eigene Gemeinde: „Bei uns wird noch Plattdeutsch gesprochen.“ Die plattdeutsche Sprache gehöre zur hiesigen Kultur. „Deshalb müssen wir alles daransetzen, sie zu erhalten“, so Budde. „Ich werde demnächst mit unseren drei Fraktionen im Rat darüber sprechen, ob nicht auch einmal auf einer Sitzung des Gemeinderates auf Platt diskutiert werden sollte“, so der Bürgermeister.

„Dem Heimatbund „De Spieker“ gehören mittlerweile 87 Heimat- und Ortsbürgervereine aus dem Oldenburger Land an“, so Spieker-Baas Jürgen Hennings. Dazu kommen selbständige „Danz –und Spälkoppels“. Auf ein entsprechend arbeitsreiches Jahr konnte er zurückblicken. 127-mal habe der Vorstand den Heimatbund öffentlich vertreten. Die Unterabteilung „Späälkring“, dem 63 niederdeutsche Spielgruppen und Bühnen angehören, konnte im Vorjahr genau wie der „Mesterkring“ das 50-jährige Bestehen feiern.

Erstmals organisierte „De Spieker“ ein Theater-Schreib-Seminar für Jugendliche. „Die plattdeutschen Kurzspiele, die dabei entstanden, werden zurzeit bearbeitet und sollen veröffentlicht werden“, kündige Hennings an. „Gute Aussichten gibt es auch für die Einrichtung einer Stelle für die niederdeutsche Lehrerausbildung an der Uni Oldenburg.“ Kultusminister Bernd Busemann habe ihm sein Wort gegeben, freute sich der Spieker-Baas. Nachhaltig forderte Spieker-Baas Hennings die Einrichtung einer Professorenstelle für Plattdeutsch an der Universität Oldenburg. „Die plattdeutsche Lehrerausbildung muss unbedingt eingerichtet werden, denn die älteren Plattdeutsch sprechenden Lehrer gehen nach und nach in Pension. Jüngere Kräfte müssen her“, so der Spieker- Baas.