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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Barßel

Fließendes Saterfriesisch auf die Ohren

19.10.2017

Elisabethfehn Mit ihrem Bruder spricht sie sowieso nichts anderes. Also geht ihr folgender Satz ganz einfach über die Lippen. „Iek hete Maja un kume uut Seelterlound. Seeltersk mai iek jädden bale“, sagt die Elfjährige ganz schnell und flüssig. Übersetzung: „Ich heiße Maja und komme aus dem Saterland. Saterfriesisch mag ich gerne sprechen“. Das kann die junge Ramsloherin jetzt nicht nur im Saterland, sondern auch im Moor- und Fehnmuseum in Elisabethfehn jedem Besucher beweisen. Auf der brandneuen Infotafel über die kleinste Sprachinsel Europas steht viel über das Saterland drauf und in ihr steckt viel Maja drin – über eine kleine Hörmuschel ist ihr saterfriesischer Text jetzt jederzeit abrufbar.

„Dass wir diese Tafel überhaupt hier jetzt im Museum haben, ist unseren Spendern zu verdanken“, sagt Museumsleiterin Antje Hoffmann. Gefördert wurde die neue Schautafel als Ergänzung der Dauerausstellung, die direkt links hinter dem Eingang des Museums angebracht ist, mit 1500 Euro von der Regionalstiftung der Landessparkasse zu Oldenburg sowie mit 2000 Euro vom Förderverein des Museums. Die restlichen 1500 Euro brachte das Museum in Eigenleistung auf. „Mit der Tafel und der Ausstellung wollen wir ganz klar signalisieren, dass das Moor- und Fehnmuseum kein Heimatmuseum für Elisabethfehn ist, sondern für die Fehnkultur im gesamtem Umfeld“, sagt Hans Eveslage, Vorsitzender des Fördervereins.

Und das Saterfriesische lebt: Im Hause der Familie Henken ist es Alltag. „Ich und mein Mann haben extra darauf geachtet, dass unsere Kinder beide Sprachen von Anfang an lernen“, sagt Majas Mutter Tanja Henken. Auch in der Grundschule Strücklingen, auf die Maja bis vor kurzem noch gegangen ist, schlug sie sich in den saterfriesischen Lesewettbewerben immer gut – das konnte am Mittwochnachmittag auch Schulleiterin Monika Olling bestätigen.

Doch nicht nur Maja half bei der Erstellung der Tafel – die Saterfriesisch-Experten Conrad Niemeyer und Marianne Fugel haben Antje Hoffmann bei der Ausarbeitung des von Studenten der Uni Oldenburg recherchierten Textes unterstützt. Für Maja ist aber eines am wichtigsten: „Saterfriesisch sprechen macht auch einfach Spaß.“