HARKEBRüGGE/SAO PAULO - Ihre Ziele sind die gleichen, auch wenn sie viele tausend Meilen Ozean trennen: Franziskanerpater Johannes Bahlmann aus Sao Paulo in Brasilien und die Verantwortlichen der Kolping-Jugendwerkstatt in Harkebrügge im Landkreis Cloppenburg möchten Jugendliche fördern. „Junge Menschen sollen befähigt werden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und eigenverantwortlich zu gestalten“, sind sie überzeugt.

Am Donnerstag besuchte nun der gebürtig aus Visbek stammende Ordensmann als „Adveniat“ Botschafter die katholische Einrichtung für Jugendberufshilfe in Trägerschaft des Kolpingbildungswerks, das zum Kolpingwerk Land Oldenburg gehört und wurde begeistert empfangen. Nicht nur die Jugendlichen freuten sich über den Gast, auch Barßels Bürgermeister Bernd Schulte, Dechant Paul Horst und Barßels neuer Pfarrer Wolfgang Pille hießen den Wahl-Brasilianer herzlich willkommen.

In intensiven Gesprächen tauschten sich die Teilnehmer des Treffens aus. Johann Bahlmann ist in der Metropole Sao Paulo als Seelsorger tätig. Bei der Arbeit mit den Ärmsten der Armen stießen jedoch die Möglichkeiten der Hilfe schnell an ihre Grenzen. „Es ist nicht einfach in Sao Paulo, da finanzielle Mittel für soziale Projekte fehlen“, so der Geistliche. Dabei sei die Kirche mit den vom Hilfswerk der deutschen Katholiken „Adveniat“ unterstützten Projekten für viele die einzige Hoffnung. „Ich nehme auf jeden Fall viele Anregungen mit nach Brasilien“, versprach Bahlmann.

Die Kolping-Jugendwerkstatt orientiert sich am Vorbild Adolph Kolpings und bereitet als Teil der Kolpingberufshilfe in Harkebrügge seit 23 Jahren junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 25 Jahren auf die Arbeitswelt vor. „Rund 1000 junge Leute haben inzwischen in den vier Fachbereichen unserer Werkstatt Bildungsmaßnahmen durchlaufen“, freut sich Johannes Beering, Offizialatsreferent und Leiter des Kolpingbildungswerks. Unterstützt wird die Einrichtung von der Gemeinde Barßel, der „Arge“ Cloppenburg, aus Mitteln der EU, vom Land Niedersachsens sowie von den Kolpingfamilien im Oldenburger Land.