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Kommunalwahl „Ich habe doch gut gearbeitet“

Heinz-Josef Laing
BARßEL - „Meine Freunde haben mich nicht gewählt.“ Mit diesem Satz beschreibt Joachim Dahlke (62) sechs Tage nach seinem Rauswurf aus dem Rat der Gemeinde Barßel seine Gemütslaune. Er sei tief enttäuscht von der ausgebliebenen Zustimmung, sagt der Apotheker aus Barßel im Gespräch mit der

NWZ

. Joachim Dahlke saß in den vergangenen fünf Jahren für die FDP im Rat und bildete dort mit der CDU eine Fraktionsgemeinschaft.

Verluste in der Hochburg

„Ein so schlechtes persönliches Ergebnis habe ich nicht für möglich gehalten, denn ich habe doch gute Arbeit gemacht,“ sagt Dahlke voller Bitternis. Beim Blick auf die Ergebnistabellen schüttelt Joachim Dahlke den Kopf. 2006, als er zum ersten Mal für den Rat kandidierte, wurde er mit 293 persönlichen Stimmen gewählt. Für ihn und seine Partei damals ein großer Erfolg. Jetzt waren es nur 184 Stimmen, plus 41 Listenstimmen. Nicht genug, um wieder in den Rat einzuziehen. Im Ort Barßel – „meine Hochburg“ – kam Dahlke gerade mal auf 44 Stimmen. Dort fehlten ihm nach eigener Einschätzung mindestens 50 Stimmen. Dahlke: „Ich dachte immer, die Wahl zum Gemeinderat sei eine Persönlichkeitswahl. Weit gefehlt.“

Sein jahrelanges persönliches Engagement zum Wohl der Gemeinde und ihrer Bürger habe ganz offensichtlich keine Rolle gespielt. Die Stimmung der Wähler sei grundsätzlich gegen die FDP gerichtet gewesen. Schuld daran sei die Bundespolitik der Liberalen, stellt Dahlke nüchtern fest. Er sei abgestraft worden: „Ich mache für mein Scheitern in Barßel ausschließlich die Bundespolitik der FDP verantwortlich.“ Dort seien strategische Fehler begangen worden. Dahlke: „Es passte nicht zusammen, immer von Steuersenkungen zu sprechen, was nicht einzuhalten war. Das sieht der kleine Mann auf der Straße auch so.“

Kurios sei allerdings, dass er bei der Wahl zum Cloppenburger Kreistag wesentlich besser abgeschnitten habe, auch wenn es dort am Ende ebenfalls nicht ausreichte: Mit 241 persönlichen Stimmen und 79 Listenstimmen verbuchte Dahlke dabei ein gutes Ergebnis. „Ich habe im Ort Barßel doppelt so viele Stimmen für den Kreistag bekommen wie für den Gemeinderat. Das freut mich zwar, kann ich aber nicht nachvollziehen,“ resümiert der gescheiterte FDP-Kandidat. Zumal er vor dem Urnengang keine Kritik gehört habe.

Rößler-Fan

An seiner liberalen Grundeinstellung und seiner Zugehörigkeit zur FDP wird der Ausgang der Kommunalwahl nichts ändern, versichert Dahlke. 2001 war er in die FDP eingetreten. Damals hat er einen Auftritt von Philipp Rößler in Wildeshausen erlebt. „Ein glänzender Redner,“ erinnert sich Dahlke. Rößler habe ihn begeistert und überzeugt. Auch heute noch hält der Barßeler viel vom derzeitigen Vizekanzler, der für die FDP eine wichtige Persönlichkeit sei: „Er kann sich durchsetzen und macht gute Vorschläge zur Bewältigung der Griechenland-Krise.“

Den Ausgang der Kommunalwahl in seiner Heimatgemeinde beurteilt Dahlke auch mit Blick auf seine Konkurrenten eher kritisch. Es sei schade, dass beispielsweise Reekenfeld gar nicht mehr im Rat vertreten sei. Dort hätten sich die Kandidaten der Bürgerfraktion gegenseitig die Stimmen abgenommen. Das hätten auch Christoph Raming und Otto Elsen von der CDU bei der Kreistagswahl in Barßel erfahren müssen.

Dank zum Abschied

Seine Bilanz nach fünfjähriger Ratsarbeit fällt positiv aus. Joachim Dahlke sagt, er habe viel gelernt, seine Persönlichkeit trotz des Zusammengehens mit der CDU behauptet. Mit der letzten Ratssitzung und einem Abschiedsessen wird er sich bald aus der aktiven Kommunalpolitik zurückziehen. Schlusswort Dahlke: „Trotz des Scheiterns danke ich allen Menschen, die mir ihre Stimme gegeben haben.“

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