Barßel - Das Hallenbad der Gemeinde Barßel soll attraktiver werden, da sind sich die Mitglieder des Ausschusses für Kultur, Sport und Tourismus einig. Die Fraktionen müssen „ganz klar diskutieren, was sinnvoll ist“, erklärte Nils Anhuth (SPD), Vorsitzender des Ausschusses. Eine unzureichende Wärmedämmung, veraltete Technik und mangelnde Attraktivität für Familien mit Kindern. Die Liste, die der Bad Zwischenahner Architekt und Diplomingenieur Udo Janßen am Mittwochabend den Ausschussmitgliedern auf den Tisch legte, war lang. „Das Bad erstrahlt im Charme der 70er Jahre“, verdeutlichte er den Zustand der Einrichtung.
Dämmung unzureichend
Im Frühjahr hatte die Gemeinde Janßen damit beauftragt, eine Studie zu erstellen, um Mängel des Hallenbades zu analysieren und Möglichkeiten der Modernisierung auszuloten. Um das Bad langfristig zu erhalten, müsse die Gemeinde das Gebäude energetisch sanieren, sagte Janßen. Sowohl das Dach als auch die Außenfassade seien unzureichend gedämmt. Damit verbundene Sanierungskosten schätzt er auf knapp 500 000 Euro.
Auch die Technik entspreche nicht mehr den heute gültigen Standards, erklärte Janßen. Mittelfristig sei diese „komplett zu modernisieren.“ Die Sauna, die sich im Untergeschoss befindet, sei ebenfalls nicht mehr zeitgemäß. Die Kosten für die Sanierung des Bades liegen bei brutto 2,1 Millionen, so Janßen.
Zugleich skizzierte er die Chancen, die eine Modernisierung mit sich bringe. So wäre es möglich, das bestehende Schwimmbecken um ein Kursbecken mit variabler Wassertiefe zu erweitern. Dort könnten unabhängig vom regulären Betrieb beispielsweise Gymnastikangebote Einzug finden. Zudem fehle ein Ruheraum, in dem sich die Badegäste zurückziehen können. Janßen hält es für sinnvoll, die Sauna ins Erdgeschoss zu verlegen.
Um das Hallenbad für Familien mit Kindern attraktiver zu gestalten, schlägt der Architekt vor, ein separates Planschbecken mit Wickelraum in das Bad zu integrieren. „Bisher ist es ein reines Funktionsbad mit begrenzter Aufenthaltsqualität.“ Wichtig sei dabei, den Kleinkinderbereich räumlich abzugrenzen, damit sich kein Kind in den Schwimmerbereich verirrt. Eine erste grobe Kostenschätzung für Planschbecken, Kursbecken und Textilsauna liege bei knapp drei Millionen Euro, sagte Janßen. Alternativ wäre auch eine Variante mit Planschbecken und Finnischer Sauna denkbar. Hier entfalle ein separates Kursbecken. Die Kosten beziffert Janßen auf 2,9 Millionen Euro.
Bei der Planung dürfe die Jugend nicht vergessen werden, gab Hubert Niemeyer, von der Gruppe BFB/Grüne zu bedenken. Er halte, ebenso wie Rolf Sauerwein (CDU), eine Rutsche für sinnvoll, um junge Badegäste anzusprechen. Auch sie unterstütze das Vorhaben, sagte Barbara Pagel (BFB/Grüne). Jedoch frage sie sich, woher die Gemeinde das Geld für eine Umsetzung wie diese nehmen könne.
Schrittweise sanieren
Bürgermeister Bernd Schulte könne sich vorstellen, die Sanierung des Bades in mehreren Schritten anzugehen. Priorität habe die energetische Sanierung, sagte er. Die gesamte Umgestaltung würde demnach einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren einnehmen, so Schulte. Die Fraktionen werden nun die Vorschläge beraten.
