Oldenburg - Konrad Wysocki musste sich einiges anhören. Zu Gast an seiner alten Wirkungsstätte in der großen EWE-Arena hatte der Ex-Oldenburger mit Rickey Paulding einen alten Weggefährten als Gegenspieler. Und dieser ließ keine Gelegenheit aus, Wysocki nach eigenen Treffern mit einem Augenzwinkern einen Spruch mitzugeben. Die Möglichkeiten dazu boten sich zuhauf, denn die EWE Baskets überzeugten nach anfänglichen Problemen auf ganzer Linie. Sie distanzierten die Crailsheim Merlins am späten Sonnabend auch in der Höhe verdient mit 83:57 – und festigten den dritten Platz. Durch die überraschende Niederlage des FC Bayern beim Mitteldeutschen BC sind die Oldenburger nun sogar gleichauf mit dem Tabellenzweiten aus München.
Dabei musste Trainer Mladen Drijencic seine Anfangs-Fünf umbauen. Center Brian Qvale (Rückenprobleme) und Power Forward Nemanja Aleksandrov (Fieber) kamen nicht zum Einsatz, weshalb zu Beginn Philipp Schwethelm und Robin Smeulders auf den großen Positionen aufliefen und ihre Aufgaben mit Bravour meisterten.
„Wir wussten, dass Crailsheim den Ball oft unter den Korb bringen will, weshalb Brian und Nemanja schwierig zu ersetzen waren. Gerade Robin hat aber einen großartigen Job gemacht und das Spiel sehr gut kontrolliert”, sagte Drijencic nach dem sechsten Erfolg in der Basketball-Bundesliga in Serie.
Gerade zu Beginn zeigten sich vor den 4671 Zuschauern aufgrund der neuen Aufstellung dennoch einige Abstimmungsprobleme. Trotz einer schnellen 8:2-Führung bekamen die Baskets keine Sicherheit in ihr Spiel. Trotzdem war Platz für Historisches: Ein Treffer von Paulding zum 10:5 ließ den 33-Jährigen auf Platz sechs in der ewigen Bestenliste der Bundesliga vorrücken. Insgesamt hat er während seiner neun Jahre in Oldenburg 4502 Punkte erzielt.
Nun ließen die Gastgeber aber nach. Wysocki und der zweite ehemalige Baskets-Akteur Adam Chubb brachten die Merlins bis zum Viertelende mit 18:16 nach vorn. In der 14. Minute betrug der Rückstand der Oldenburger sogar fünf Punkte (22:27). Aufbauspieler Chris Kramer und seine Teamkollegen ließen gute Gelegenheiten im Schnellangriff liegen, und von außerhalb der Dreierlinie schien der gegnerische Korb wie vernagelt (insgesamt 6/26 Dreier).
Erst der ungemein auffällige Smeulders holte nach einem Korbleger, den er trotz Fouls verwandelte, und dem Bonusfreiwurf beim 29:28 die Führung zurück (16. Minute). Der niederländische Nationalspieler riss die Faust in die Höhe – und damit seine Mannschaft mit, so dass zur Halbzeit ein kleiner Vorsprung zu Buche stand (37:32). Auch nach der Pause war es der 28-Jährige, der die wichtigen Aktionen vollendete. Nach sechs Smeulders-Zählern in Folge führten die Oldenburger in der 24. Minute mit 48:32.
Zu diesem Zeitpunkt hatten sie das Spiel vollends unter Kontrolle gebracht. Drijencic verschaffte auch den Talenten im Kader im Schlussabschnitt Spielpraxis. „In der zweiten Halbzeit haben wir sehr aggressiv verteidigt. Zudem hat besonders Dominic Lockhart seine Spielzeit genutzt und gut ausgesehen”, lobte der Trainer seinen Aufbauspieler.
