BAMBERG - Auch der erste Rückschlag der EM-Vorbereitung konnte der guten Stimmung in der Basketball-Nationalmannschaft nichts anhaben. „So ein deutsches Team wollen die Fans sehen. Eins, das immer alles gibt und an seine Grenzen geht“, sagte Bundestrainer Dirk Bauermann. Dass seine Schützlinge im Finale des Supercups gegen ein starkes Team aus Kroatien bei der 65:73-Niederlage auf verlorenem Posten standen und erstmals in diesem Sommer deutlich ihre Grenzen aufgezeigt bekamen, warf den erfahrenen Coach nicht um. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Turnier. Wir sind auf einem guten Weg. So etwas konnte man vorher nicht erwarten.“ „Vorher“, das war vor rund dreieinhalb Wochen, als die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) vor der Europameisterschaft in Polen (7. bis 20. September) erstmals

zusammenkam. Beim Studieren der Kaderliste runzelten selbst die erfahrenen Spieler wie Demond Greene oder Sven Schultze die Stirn – die meisten Namen ihrer neuen Team-Kollegen kannten sie höchstens aus dem Internet. Als dann auch noch die Schreckensbotschaft von der EM-Absage Dirk Nowitzkis kam, schien es um den Basketball in Deutschland geschehen. Auch Bauermann traf das Fehlen seines Superstars bis ins Mark, doch wie so oft in seiner langen Trainerkarriere entwickelte der 51-Jährige Kämpferqualitäten.

Beim Supercup in Bamberg schwammen sich die „Küken“ im deutschen Kader wieder ein Stück weiter frei. Beim 78:77 im Halbfinale gegen Mazedonien war der 20-jährige Robin Benzing (Ulm), bislang ohne Bundesligaspiel, mit 13 Punkten bester Werfer. Der gleichaltrige Elias Harris vom Zweitligisten BIS Speyer begeisterte die Zuschauer mit einigen krachenden Dunks.

Die Routiniers im Kader wie Patrick Femerling offenbarten hingegen noch Steigerungspotenzial. Das EM-Ticket hat der langjährige Kapitän sicher, ansonsten ist noch vieles offen. „Vielleicht lassen wir auch einen Routinier zuHause“, sagte Bauermann und heizte den Konkurrenzkampf damit weiter an. „Vorher“ hätte sich das niemand vorstellen können.