BAMBERG - Die höchste Niederlage der Clubgeschichte hat beim achtmaligen deutschen Basketball-Meister Alba Berlin eine vorweihnachtliche Krise ausgelöst. Titelverteidiger Baskets Bamberg hatte den früheren Branchenprimus mit 103:52 gedemütigt und für den vierthöchsten Heimsieg der Bundesliga-Geschichte gesorgt. „Das ist eine Schande. So darf man nicht auftreten, wir können uns nur bei unseren Fans entschuldigen“, schimpfte Berlins Teammanager Mithat Demirel.
Während die ungeschlagenen Bamberger (28:0 Punkte) ihren Startrekord auf 14 Siege ausbauten, übertrafen die Berliner noch ihre bisherige Negativ-Bestmarke. Sie datiert vom 5. Mai 1991, als Alba in Leverkusen mit 64:108 unter die Räder kam. Bamberg sendete so zugleich ein Zeichen Richtung Oldenburg: Die EWE Baskets bestreiten ihr nächstes Bundesligaspiel am 27. Dezember (18.05 Uhr/Sport 1) im Frankenland.
Erster Verfolger der Franken bleiben die Skyliners Frankfurt (22:6). Die Hessen setzten sich daheim gegen TBB Trier mit 72:55 durch. Dritter sind die Artland Dragons (20:10), die in eigener Halle gegen den Mitteldeutschen BC 85:81 gewannen.
Den Berlinern steht nun eine ungemütliche Weihnachtswoche bevor, denn Demirel kündigte nach dem Debakel eine knallharte Analyse an. „Es wird ernsthafte Gespräche geben, dieses Spiel können wir nicht so einfach abhaken“, sagte der Ex-Nationalspieler nach der desaströsen Vorstellung des Tabellenvierten (16:8). Trainer Luka Pavicevic war nach dem Offenbarungseid seines Teams ratlos. „Wir haben komplett die Kontrolle im Spiel verloren und müssen jetzt analysieren, warum wir schlecht reagiert haben“, meinte der Serbe.
Bambergs Coach Chris Fleming strahlte nach der Gala seines Teams um den überragenden Reyshawn Terry (27 Punkte) derweil über das ganze Gesicht. „Ich bin sehr stolz wegen der Art und Weise, wie die Jungs das Spiel beherrscht haben“, lobte Fleming. Auch Nationalspieler Tibor Pleiß war aus dem Häuschen. „Mit über 50 Punkten gegen Alba zu gewinnen, das ist unglaublich“, jubelte der Center.
