BAMBERG - BAMBERG/DPA - Alba Berlin hat seine zwei Jahre lange Auszeit ohne Titel beendet und ist zum fünften Mal deutscher Basketball-Pokalsieger. Der siebenfache Meister setzte sich gestern mit 85:73 (51:25) gegen den GHP Bamberg durch. Vorher verpassten die Artland Dragons Quakenbrück Platz drei durch ein 81:84 (37:54) gegen die Gießen 46ers. Am Sonnabend unterlag Quakenbrück im Halbfinale mit 56:84 (36:40) gegen die Gastgeber.

Vor 4750 Zuschauern im ausverkauften Bamberger Forum boten die Berliner im Finale insbesondere vor der Pause eine meisterschaftsreife Vorstellung. Durch eine starke kämpferische Leistung machten die Top-Four-Gastgeber ein verloren geglaubtes Spiel noch einmal spannend. „Ich bin riesig stolz auf meine Mannschaft, die in der ersten Halbzeit wie von einem anderen Stern gespielt hat“, sagte Alba-Coach Henrik Rödl.

Gegen die nervösen Gastgeber begann der siebenmalige Meister eindrucksvoll. Stark präsentierte er sich in der Defensive, treffsicher im Angriff, wo Demond Greene im ersten Viertel (27:16) vier Dreier unterbrachte.

Noch schlimmer kam es für die Franken im zweiten Abschnitt, als Berlin angeführt vom mit 30 Punkten besten Werfer Jovo Stanojevic den Vorsprung bis zur Pause auf 51:25 ausbaute. „Dieser Titel gibt uns viel Selbstvertrauen für die Playoffs“, sagte der Berliner Topscorer.

Nach dem Seitenwechsel kämpften sich die Bamberger um Chris Ensminger und Robert Garrett (je 17 Zähler) zurück ins Spiel und holten Punkt um Punkt auf. Nach dem dritten Viertel waren die Gastgebern, die ihren Anhängern nun ein Wechselbad der Gefühle bescherten, auf 55:64 heran gekommen. Im spannenden vierten Viertel verkürzten die Bamberger bis auf sieben Punkte, doch Berlin rettete sich über die Zeit.

Trotz der Niederlage, fürchtet GHP-Trainer Dirk Bauermann keinen Einfluss auf die Meisterschaft. „Das sind zwei verschiedene Wettbewerbe. Da kann man keine Schlüsse draus ziehen“, meinte er.

Im Spiel um Platz drei wurde es am Ende richtig spannend. Erst ein Dreier von Anton Gavel drei Sekunden vor der Schlusssirene rettete den Hessen, die im Halbfinale 68:78 gegen Berlin verloren, den Erfolg und stoppte die eindrucksvolle Aufholjagd Quakenbrücks. Zur Pause lag das Team von Coach Chris Fleming schon 37:54 zurück – großen Anteil hatte Gießens Chuck Eidson (27). Für Quakenbrück traf Shawn Lampley (21) am häufigsten. Nach der deutlichen Niederlage am Sonnabend, hellte sich damit die Laune von Fleming wieder auf: „Nach der Enttäuschung gegen Bamberg, bin ich mit unserer zweiten Halbzeit sehr zufrieden. Wir sind zurück gekommen und haben auf Playoff-Niveau mit der nötigen Intensität und Härte agiert.“