Bamberg - Andrea Trinchieri umarmte jeden einzelnen Spieler, dann sorgte der Trainer der Baskets Bamberg auf dem Feld höchstpersönlich für die erste Champagnerdusche. Im Schnelldurchgang hat das Team des Italieners seinen achten deutschen Meistertitel geholt. Nach dem 92:65 (38:37) im dritten Finalspiel der Basketball-Bundesliga gegen RP Ulm ging die Endspielserie mit 3:0 an Bamberg. Damit schlossen die Franken die Playoff-Runde ohne Niederlage ab.
Darius Miller wurde zudem als wertvollster Spieler (MVP) des Finales ausgezeichnet. Für den früheren NBA-Profi spielte die Ehrung aber nur eine untergeordnete Rolle: „Wir sind Meister geworden, das ist das Wichtigste.“
Bamberg, das seinen Titel fast mühelos verteidigte, blieb in der Meisterrunde als dritter Bundesligist nach Bayer Leverkusen (1992, 1994) und Alba Berlin (1998, 2002) ohne Niederlage. Die Baskets haben zudem in ihrer fast makellosen Bundesliga-Saison nicht ein Spiel zu Hause verloren.
Nach dem Kraftakt in Spiel zwei am Mittwoch in Ulm (92:90 n.V.) ließen die Bamberger beim ersten Matchball keine Zweifel daran aufkommen, dass sie das Duell mit dem Überraschungsfinalisten wie zuvor die Serien gegen Außenseiter Würzburg und Vizemeister Bayern München zu Null beenden wollen. Die Ulmer wiederum hatten als Hauptrundensiebter im Viertelfinale die EWE Baskets Oldenburg und im Halbfinale die Skyliners Frankfurt mit jeweils 3:1 bezwungen und dabei für Aufsehen gesorgt.
Vor den Augen von NBA-Profi Dennis Schröder, der seinen Bamberger Nationalmannschaftskollegen und Freund Daniel Theis wie zuletzt in der Halle unterstützte, führte der Gastgeber nach einem frühen 12:0-Lauf mit 17:6 (6. Minute). Ulm ließ sich davon nicht verunsichern und kam wieder heran.
Auch nach der Pause erwischte der überlegene Serienmeister Bamberg den besseren Start und zog davon. Als Theis per Dreier zum 61:44 traf (27.), war eine Vorentscheidung gefallen. Die Gäste aus Ulm, deren Trainer Thorsten Leibenath erneut fast nur seine sieben etablierten Profis einsetzte, hatten keine Kraft mehr für eine Antwort und unterlagen am Ende klar.
Kapitän Brad Wanamaker (19 Punkte) und Miller (19) waren die besten Werfer der Bamberger beim entscheidenden Sieg, bei Ulm hieß der überragende Akteur Raymar Morgan (19 Punkte/12 Rebounds). Bamberg krönte eine nahezu perfekte Saison, während die tapfer kämpfenden Ulmer nach ihrer dritten Finalteilnahme weiter auf den ersten Sieg warten.
Spielmacher Per Günther war dennoch zufrieden: „Ich werde lieber wieder Zweiter, als dass ich nicht in die Position komme, das Finale zu verlieren. Diese Mannschaft ist Wahnsinn. Aber es war einfach nicht genug.“
