87:77
Telekom Baskets Bonn: Simon (8), Nadjfeji (13), Nnamaka (5), Janicenoks (16), Jackson (6), Milisavljevic (18), Huber-Saffer (2), Djuric (5), Klepac (4)
Schiedsrichter: Schmidt (Hamburg)/Lottermoser (Bernau)/Michael (Berlin) - Zuschauer: 4000 in der Weser-Ems-Halle.
Stationen: 21:25 (10. Min.), 29:27 (13.), 29:40 (17.), 37:48 (20.), 37:54 (22.), 46:54 (25.), 53:58 (28.), 70:69 (34.), 80:77 (40.).
* NWZ -Note wird ermittelt durch einen Vertreter der Sportredaktion, der EWE Baskets sowie einen Leser der NWZ .
Bonn
Die spannende Begegnung hatte Playoff-Niveau. McCoy und Valters führten die EWE Baskets zum Erfolg.
von Oliver Schulz
OLDENBURG - Der Wille kann Körbe versetzen. Mit grandiosem Kampfgeist und stetem Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit haben die EWE Baskets gestern Abend den Sieg gegen die Telekom Baskets Bonn erzwungen. Für den 87:77 (37:48)-Sieg bedurfte es einer Dramaturgie, die jedem Playoff-Spiel zur Ehre gereicht und gleichzeitig angedeutet hat, zu was die Oldenburger Basketballer in dieser Bundesliga-Saison fähig sind.4000 Zuschauer in der Weser-Ems-Halle waren in den letzten Sekunden über die Leistungssteigerung der EWE Baskets aus dem Häuschen. „Ich bin sehr glücklich, dass wir dieses Spiel zu Hause absolviert haben“, freute sich Don Beck. Der Oldenburger Trainer vergaß in der Stunde des Triumphes nicht, „dass wir den Erfolg nicht ohne unsere Fans geschafft hätten“.
Dabei hatten viele Anhänger zu Beginn des dritten Viertels keinen Cent mehr auf den Erfolg der Gastgeber gegeben. Zu diesem Zeitpunkt führten die Bonner 54:37 und schienen die wichtigen Punkte mit an den Rhein zu nehmen. „Die erste Hälfte war nicht nach unserem Geschmack“, gestand Coach Beck. „Wir haben ein schlechtes Reboundspiel gezeigt und haben nicht gut getroffen.“
Bis zum 29:29 hatten die Zuschauer ein ordentliches Spiel beider Mannschaften gesehen. Dann allerdings begannen die tollen fünf Minuten des Boris Schmidt. Der bekannte Schiedsrichter aus Hamburg verlieh der Partie mit einigen markanten Foulentscheidungen seine eigene Handschrift. Dem dritten Foul für Kristaps Valters in der 15. Minute folgte umgehend ein technisches Foul des Letten sowie danach ein unsportliches Foul für Daniel Strauch. „Das ist kein Basketball; das ist Schiedsrichter-Sport“, unkte Manager Jens Brämer.
Unterm Strich brachte eine Freiwurforgie den 40:29- Vorsprung für die Bonner. „In der ersten Hälfte hat der Schiedsrichter uns geschadet, in der zweiten Hälfte den Bonnern“, nahm Sieger Beck die Leistung gelassen hin.
Angetrieben von den Fans zogen sich die Oldenburger mit ihrem enormen Siegeswillen selber aus dem Dilemma. Viele Dinge, die zuvor im Argen lagen, funktionierten nun. Die Defensive verriegelte den eigenen Korb, Center Mike Bernard blockte wie eine deutscher Meister, Kapitän Tyron McCoy schoss aus allen Lagen (24 Punkte), und Kristaps Valters stürzte sich trotz vier Fouls und frisch renoviertem Nasenbein in jedes Getümmel. Und die Fans feierten ihre Spieler, ihren Trainer – und ein wenig ihre eigene Leistung.
Eisbären liegen auf der lauer
