Sind die jeck? Die Kölner Zuschauer unter den 2568 Basketball-Anhängern waren doch etwas verwirrt, als die Spieler, Trainer und Freunde der EWE Baskets nach dem überragenden 85:70-Erfolg einen fröhlichen Karnevalsumzug durch die Halle veranstalteten. Wie es sich für Rheinländer gehört, war für sie vier Tage nach Aschermittwoch alles vorbei.

Die Oldenburger drehten dagegen richtig auf. 50 Mitglieder des „Baskets Business Clubs“ wohnten auf ihrer traditionellen Tour einer Premiere bei, denn im sechsten Jahr erlebten sie am Sonntag den ersten Auswärtssieg. Diese Tatsache ist so bemerkenswert wie konsequent. Nach den Leistungen der Vorwochen war es für das Team von Don Beck nicht vermessen, den Sieg beim Meister in Betracht zu ziehen.

Wer hätte gedacht, dass dieser Erfolg ohne den verletzten Baskets-Kapitän Tyron McCoy möglich ist? Dan Grunfeld und Heiko Schaffartzik vielleicht. Die beiden Aufbauspieler nutzen ihre gewachsene Präsenz auf dem Feld und beleben dort das Oldenburger Angriffsspiel. Zudem agieren D’or Fischer, Desmond Penigar und Doron Perkins beständig auf höchstem Niveau.

Dass die vielen neuen Spieler im Kader der Baskets zueinanderfinden würden, wurde lange Zeit bezweifelt. Doch wieder scheint sich Trainers Becks Menschenkenntnis – manche würden es stoische Ruhe nennen – auszuzahlen. Unter seiner Führung sind die vielen Neuen zur Einheit geworden, die die Fans mit ihrem spektakulären und erfolgreichen Basketball begeistern. Dennoch sind die Siege kein Selbstgänger. Am Sonnabend (20 Uhr/EWE-Arena) ist gegen Aufsteiger Paderborn die volle Konzentration nötig.

Um in die Playoffs einzuziehen, ist mindestens der achte Tabellenplatz nötig. Der Bundesliga-Achte muss im Viertelfinale gegen den Ersten antreten. Es könnte sein, dass es für Berlin, Ludwigsburg und Köln mit der Aussicht, auf Oldenburg zu treffen, nicht mehr so erstrebenswert ist, die Hauptrunde als Primus abzuschließen.