Oldenburg - Irgendwie war es klar, dass Frantz Massenat diesen Job übernehmen musste. 48 Sekunden verblieben in diesem unglaublich intensiven vierten Playoff-Viertelfinale gegen Medi Bayreuth am Dienstagabend noch, als der Aufbauspieler der EWE Baskets sein Herz in die Hand nahm. Massenat zog mit aller Macht zum Korb, brachte den Ball irgendwie durch die Reuse – und die große EWE-Arena zum Beben.

Nach dem 89:82 von Massenat, dem überragenden Oldenburger Spieler dieser Playoff-Serie, war der Halbfinaleinzug der Oldenburger Bundesliga-Basketballer unter Dach und Fach. 6000 völlig euphorisierte Zuschauer feierten die Mannschaft, die sich durch den 94:86 (47:46)-Erfolg den benötigten dritten Sieg sicherte und den zweiten Matchball verwandelte.

Massenat war diesmal bis zur Szene kurz vor Schluss nicht so auffällig wie in den drei vorherigen Partien. Die meisten Punkte für die Baskets erzielten Maxime De Zeeuw und Rickey Paulding (jeweils 18 Punkte). Bei Bayreuth, Vierter nach Ablauf der Hauptrunde, ragte Nate Linhart mit 19 Zählern heraus.

Während für die Oberfranken die Saison beendet ist, freuen sich die Oldenburger jetzt aufs Halbfinale. Dort wird entweder Ratiopharm Ulm oder die Riesen Ludwigsburg der Gegner sein. Ludwigsburg glich am Dienstagabend zum 2:2 aus, Oldenburgs Kontrahent wird damit erst nach der fünften Partie an diesem Donnerstag feststehen. Die erste Partie der Halbfinalserie findet voraussichtlich an diesem Sonntag statt.

„Es war ein extrem harte Serie, die Jungs haben alles gegeben und sich belohnt“, sagte Drijencic und blickte schon nach vorn: „Jetzt müssen wir uns regenerieren – wir wollen soweit kommen wie es geht.“ Erholung haben die Baskets nach den vier packenden Duellen mit Bayreuth tatsächlich dringend nötig, im Schlussviertel waren die Spieler erkennbar im körperlichen Grenzbereich angekommen.

Am Anfang drückten die Oldenburger sofort mächtig aufs Tempo. Nach 30 Sekunden vernaschte De Zeeuw seinen Gegenspieler De’Mon Brooks unter dem Korb, traf zum 2:0 und gab Brooks im Rückwärtslaufen noch ein paar Worte mit auf den Weg. Sowieso war De Zeeuw der auffälligste Akteur in der Anfangsphase, der belgische Power Forward erzielte neun der ersten elf Baskets-Punkte und riss Teamkollegen wie Zuschauer gleichermaßen mit. Salopp gesagt: Die Baskets waren heiß wie Frittenfett.

Ab dem Ende des ersten Viertels kam jedoch Bayreuth immer stärker auf und war nach 14 Minuten auf einen Punkt dran (33:32). Die Oldenburger vermissten in dieser Phase ihren Star-Center Brian Qvale schmerzlich, der US-Amerikaner hatte bereits sehr früh zwei Fouls auf dem Konto und verbrachte deshalb den Großteil der ersten Halbzeit auf der Bank. Ohne Qvale taten sich in der anfangs starken Baskets-Verteidigung große Lücken auf, vorn fehlte er als Anspielstation und Vollstrecker.

Als Linhart die Gäste nach 18 Minuten erstmals in Front (44:43) brachte, bildeten sich kleinere Sorgenfalten auf der Stirn von Drijencic. Immerhin: Die Baskets erkämpften sich die Führung bis zur Pause zurück (47:46).

Mit Beginn der zweiten Halbzeit nahm die Intensität noch einmal zu. Spielerische Höhepunkte war auf beiden Seiten längst nicht mehr zu sehen, stattdessen lieferten sich die Akteure einen Kampf auf Biegen und Brechen. Oldenburg lag stets in Führung, Bayreuth ließ sich aber nicht abschütteln und kam immer wieder gefährlich nah.

So wurde auf der Tribüne weiter gezittert – ehe Massenat Oldenburgs Ticket für das Halbfinale löste.