Arlington/Oldenburg - Und wieder tanzte Niels Giffey im Konfettiregen. Ausgiebig ließ sich der 22-Jährige mit den übrigen Basketballern der Universität Connecticut von fast 80 000 Zuschauern in Arlington/Texas für den Coup in der US-College-Meisterschaft feiern – so wie vor drei Jahren.
„Das ist gerade völlig unreal“, sagte der Nationalspieler nach dem 60:54 im Finale gegen die Kentucky Wildcats. Bei seinem ersten College-Coup 2011 kam Giffey noch von der Bank, am Montagabend (Ortszeit) war der gebürtige Berliner in der riesigen Football-Arena der Dallas Cowboys wie schon die komplette Saison über Leistungsträger. Der Flügelspieler zeigte wertvolle Defensiv-Arbeit, stand 37 der 40 Spielminuten auf dem Feld und erzielte zehn Punkte.
Nach dem vierten Jahr verabschiedete sich Giffey als zweiter Deutscher nach Christian Ast (1991 und 1992 mit Duke) mit zwei Titeln von der Uni – seine Zukunft ließ er zunächst offen. „Ich habe noch gar keinen Plan“, sagte er: „Ich lasse den Sommer jetzt einfach auf mich zukommen und warte ab, welche Türen sich für mich öffnen.“ Eine Rückkehr in die Bundesliga nach Deutschland ist nicht unwahrscheinlich, zuletzt war der Blondschopf immer wieder mit Alba Berlin in Verbindung gebracht worden.
Möglicherweise führt Giffeys Weg im Sommer aber auch nach Oldenburg: Die EWE Baskets haben großes Interesse an einer Verpflichtung des zwei Meter großen Dreierspezialisten, der bei der EM im vergangenen September zu den wenigen Lichtblicken im deutschen Nationaleteam gehörte. „Nils ist einer der wenigen jungen deutschen Spieler, die bereits auf höchstem Niveau ihre Leistung gebracht haben“, sagte Trainer Sebastian Machowski am Dienstag: „Allein deswegen ist er natürlich für uns interessant.“
Nach Angaben von Machowski haben die Oldenburger vor einiger Zeit sogar schon erste Gespräche mit Giffey und seinem Berater geführt. Ob ein Transfer tatsächlich zustande kommt, sei aber noch nicht abzusehen. „Es gibt noch keine Tendenz“, erklärte Machowski.
Fakt ist: Eine Verpflichtung von Giffey würde für die Baskets Sinn machen. Denn der 22-Jährige ist auf einer Position zu Hause, auf der sich der Vizemeister mittelfristig verjüngen muss. Schließlich befinden sich Akteure wie Rickey Paulding (31), Julius Jenkins (33) oder Konrad Wysocki (32) im Herbst ihrer Karriere.
Vor nicht allzu langer Zeit hatten die Oldenburger schon mal an einem jungen Deutschen, der in den USA für Furore sorgte, Interesse bekundet. Doch Elias Harris (24) entschied sich Ende des vergangenen Jahres nach seinem gescheiterten Gastspiel beim NBA-Traditionsclub Los Angeles Lakers für einen Wechsel zum Meister Bamberg.
