Das Allerletzte, was die EWE Baskets in dieser wichtigen Bundesliga-Saisonphase gebrauchen können, ist eine Trainerdiskussion. Schließlich befinden sich die Oldenburger Basketballer fünf Spieltage vor Ende der Hauptrunde auf Tabellenplatz acht, der zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigt. So weit, so gut!
Oder nicht? Die Aussichten auf erneute Viertelfinal-Partien gegen Berlin, Bamberg oder zur Abwechslung einmal Ludwigsburg wecken bei den Anhängern wenig Vorfreude. Angesichts der fehlenden Klasse im Spiel der Baskets über Monate hinweg, fällt es schwer, an drei Siege in fünf Spielen gegen einen dieser starken Kontrahenten zu glauben.
Don Beck ist ein erfolgreicher Trainer, weil er den Abstiegskandidaten Oldenburg innerhalb von viereinhalb Jahren zum Playoff-Abonnenten gemacht hat. Der Basketball-Standort Oldenburg genießt in Bundesliga-Kreisen zudem den Ruf, dass in einem finanziell sicheren Umfeld und bei herausragenden Trainingsmöglichkeiten dauerhaft am Erfolg gearbeitet werden kann.
Die Baskets-Geschäftsführung hat ihrem Coach bislang stets den Rücken freigehalten. Als sich die Oldenburger Ende 2004 auf einem Abstiegsplatz befanden, war der Vertrag des US-Amerikaners sogar vorzeitig bis 2008 verlängert worden. Über 40 Spieler hat die Clubspitze seit Becks Amtsantritt 2002 verpflichtet; auf Dauer gewöhnen durften sich die Zuschauer nur an Tyron McCoy und Daniel Strauch.
Die Geschäftsführer Hermann Schüller und Gerold Lange haben längst bemerkt, dass vielen Anhängern die Nachhaltigkeit in Becks Arbeit nicht mehr vermittelt werden kann. Es ist ein klares Signal, wenn die EWE-Arena nur noch bei Spitzenspielen mit über 3000 Besuchern gefüllt ist. Das Interesse erlahmt, weil Routine in Langeweile mündet.
Die enttäuschenden Niederlagen im Pokal gegen Bremerhaven und in der Liga in Bonn haben die Geschäftsführer sehr nachdenklich gemacht. In den Tagen vor dem knappen Sieg gegen Leverkusen seien deshalb ernste Gespräche mit Don Beck geführt worden, so Schüller.
Dass im ehemaligen Bonner Trainer Predrag Krunic am Ostersonntag bereits der Nachfolger auf der Tribüne gesessen habe, dementierte Schüller. Auf ihrem neuen Weg hätten die Oldenburger diese Torheit nicht nötig.
