Chris Kramer machte den Anfang, dann kam Jannik Freese und schließlich die gesamte Mannschaft: Mit der Fahne des türkischen Gastgebers rannte ein Oldenburger Spieler nach dem anderen über das Parkett der Arena und erntete den frenetischen Beifall der 5000 Fans von Karsiyaka Izmir, die in Erwartung des anstehenden Finals gegen KK Samara bereits wieder für eine außergewöhnliche Atmosphäre sorgten.

Diese Aktion kam nicht nur bei heimischen Anhängern gut an, sondern war zugleich Ausdruck der Freude über den dritten Platz beim Final Four der Euro-Challenge in Izmir. Am frühen Sonntagabend hatte der Basketball-Bundesligist das „kleine Finale“ gegen den BCM Gravelines aus Frankreich mit 84:76 (36:38) gewonnen und sich so einen versöhnlichen Abschluss dieses Endturniers bereitet. Bester Werfer war Julius Jenkins (22 Punkte).

Auch Sebastian Machowski war anschließend die gute Laune anzumerken. Er witzelte über die erhaltene – gläserne – Medaille. „Etwas schade ist es schon, dass sie durchsichtig und nicht aus Bronze ist“, meinte der Trainer, um danach ernst hinzufügen: „Es war schön zu sehen, dass das Team dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte.“

Angesichts der geringen sportlichen Bedeutung des Spiels ließ Machowski mit Blick auf die am kommenden Sonntag startenden Bundesliga-Playoffs gegen Bonn viel rotieren. Der an Achillessehnenproblemen laborierende Konrad Wysocki kam ebenso wie Rickey Paulding (Rückenprobleme) nicht zum Einsatz.

Damit verfolgte Paulding nur von der Bank aus das erste Spiel gegen seinen ehemaligen Verein, von dem er 2007 zu den Baskets gewechselt war. Aus diesem Anlass hatte Sebastian Machowski dem Manager der Franzosen, Romuald Coustre, tags zuvor im Teamhotel ein Trikot von Paulding überreicht. Im Gegenzug erhielt Oldenburgs Trainer ein Jersey von Gravelines, das er früher schon selbst als Spieler getragen hatte.

Ähnlich harmonisch ging es am Sonntag auch auf dem Parkett zu, beide Mannschaften taten sich nicht allzu weh. Die rund 40 Baskets-Fans hatten trotzdem ihren Spaß: Anders als im Halbfinale gegen Karsiyaka waren ihre Anfeuerungsversuche in der zunächst recht spärlich gefüllten Halle lautstark zu vernehmen.

Oldenburg führte nach drei Minuten mit 10:2. Doch ganz so leicht wollte es der Tabellenführer der französischen Liga dem Bundesligisten dann doch nicht machen: Gravelines traf vor allem von außen und verkürzte auf 20:23 (10. Minute). Danach verflachte die Partie etwas, blieb aber immerhin spannend. Nach 30 Minuten lag Oldenburg knapp mit 57:54 in Front.

Im finalen Viertel ließen sich die Baskets von der immer besser werden Stimmung im sich füllenden Rund beflügeln und drehten noch einmal auf. Nach dem 78:69 (38.) war das Spiel entschieden.