Oldenburg - Anspruchsvoller könnte die Aufgabe zum Saisonstart kaum sein: Mit einem Auswärtsspiel bei Vizemeister Bayern München starten die EWE Baskets Oldenburg an diesem Freitag (20.15 Uhr/Sport 1) in die neue Spielzeit der Basketball-Bundesliga.
Als kleiner Mutmacher dient den Oldenburgern dabei ein Blick in die jüngere Vergangenheit. Vor drei Jahren gastierten die Baskets schon einmal zum Saisonauftakt in München, damals gelang im ersten Spiel unter Trainer Sebastian Machowski ein furioser 80:61-Erfolg.
„Wenn es diesmal wieder so ausgeht, wäre ich der glücklichste Mann der Welt“, sagt Mladen Drijencic. Der 50-jährige Deutsch-Kroate ist seit der Trennung von Machowski im März der Chefcoach der Oldenburger und geht nun in seine erste komplette Bundesliga-Saison.
Nicht nur an der Seitenlinie setzen die Baskets auf frische Kräfte. Auch die Mannschaft wurde nach der – trotz Pokalsieg – enttäuschenden vergangenen Spielzeit einer Generalüberholung unterzogen.
Sechs Spieler verließen den Club im Sommer, darunter langjährige Leistungsträger wie Adam Chubb und Julius Jenkins. Neu hinzu kamen unter anderem der Bundesliga-erfahrene Vaughn Duggins und Ex-Nationalspieler Philipp Schwethelm. Angesichts eines um zehn Prozent gesunkenen Etats schlagen die Baskets nicht mehr ganz so forsche Töne wie im Vorjahr an, als Clubchef Hermann Schüller den Angriff auf die Spitzenteams angekündigt hatte.
Ziel sei es, leidenschaftlichen Basketball zu zeigen und die Fans zu begeistern, betonten Schüller und Drijencic vor dieser Saison unisono. Gleichwohl wäre alles andere als das Erreichen der Playoffs eine herbe Enttäuschung für den Meister von 2009. Dass bei der erheblich verjüngten Mannschaft noch nicht alles reibungslos läuft, zeigte sich bei den jüngsten Niederlagen im Testspiel gegen Istanbul BB und im Champions Cup bei Meister Bamberg.
Erklärungsansätze wie Verletzungssorgen während der Vorbereitung oder die spät zum Team gestoßenen EM-Fahrer will Drijencic jedoch nicht mehr länger gelten lassen. „Es gibt keine Ausreden mehr. Andere Mannschaften haben auch Probleme“, betont der Trainer, dem in München bis auf Spielmacher Scott Machado alle Akteure zur Verfügung stehen. Mit deutlichen Worten fordert Drijencic mehr Kampfgeist von seinem Team: „Wir müssen aus unserer Haut kommen und anfangen, die Seele auf dem Spielfeld zu lassen.“
Dass die Bayern auf ihren gesperrten Chefcoach Svetislav Pesic verzichten müssen, sieht Drijencic nicht als Vorteil: „Sie konnten sich ja lang genug darauf einstellen.“ Pesic war nach einer Verfehlung im fünften Finalspiel der vergangenen Saison gegen Bamberg bestraft worden und wird an diesem Freitag von seinen Assistenten, dem Ex-Bundestrainer Emir Mutapcic und dem früheren Oldenburger Co-Trainer Philipp Köchling, vertreten.
