Gießen/Oldenburg - Als die EWE Baskets zum bislang letzten Mal bei den Gießen 46ers antraten, herrschte bei den Hessen Untergangsstimmung. Mit einer 59:90-Heimniederlage gegen die Oldenburger verabschiedete sich das Bundesliga-Gründungsmitglied am 23. April 2013 im letzten Hauptrunden-Spiel der Saison 2012/13 nach 46 Jahren aus der höchsten deutschen Spielklasse.
Nach zwei Jahren in der Zweitklassigkeit spielen die Gießener in der Bundesliga wieder eine gute Rolle. Vor dem Duell mit den Oldenburgern an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) in der Halle Ost belegt die Mannschaft von Trainer Denis Wucherer mit 14:16 Punkten immerhin den elften Platz.
An dieser durchaus guten Bilanz hat ein Spieler großen Anteil, der einen in Gießen und auch darüber hinaus sehr bekannten Namen trägt. Der 26-jährige Benjamin Lischka steuerte am vergangenen Wochenende 14 Punkte zum 93:82-Sieg der Gießener in Bonn bei. Er ist der jüngere Bruder von Johannes Lischka (28), der es einst von Gießen aus bis zum Nationalspieler brachte, ehe ihm ein Gehirntumor diagnostiziert wurde. Dieser wurde ihm erfolgreich entfernt, seine Karriere als Basketballprofi musste der ältere der beiden Lischka-Brüder nach einem Comeback-Versuch und mehreren Vereinswechseln dann aber doch beenden.
Für die Oldenburger geht es in Gießen auch darum, den Schritt in die Pokal-Qualifikationsrunde zu schaffen. Gewinnt die Mannschaft von Trainer Mladen Drijencic, würde nach 16 von 17 Hinrundenspielen feststehen, dass die Baskets den ersten Teil der Punktsaison mindestens auf Rang sieben beenden. Auch Niederlagen der Konkurrenten Frankfurt (in Weißenfels) und Braunschweig (gegen Ulm) an diesem Mittwoch würden den Oldenburgern unabhängig vom eigenen Ergebnis die Teilnahme sichern.
Jener siebte Platz ist nötig, um an einem der drei Qualifikationsspiele am 23./24. Januar teilnehmen zu dürfen. Die drei Sieger starten am 20./21. Februar beim Vierer-Pokalturnier, für das der derzeitige Tabellendritte Bayern München als Ausrichter automatisch qualifiziert ist. Dieser etwas umständliche Modus hatte in den vergangenen Jahren immer wieder für Kritik aus dem Fanlager gesorgt.
Der serbische Baskets-Profi Nemanja Aleksandrov steht nach überstandener Wadenverletzung in Gießen wieder zur Verfügung. Somit muss Drijencic neu entscheiden, welchen Spieler er wegen der Ausländer-Regel (in der Bundesliga dürfen maximal sechs ausländische Akteure zum Kader zählen) außen vor lässt.
