BERLIN - BERLIN/SID/DPA - Ein Dopingverdacht gegen den Amerikaner Michael Wright vom siebenmaligen deutschen Meister Alba Berlin überschattet den Basketballsport. Kurz vor 17 Uhr waren die „Albatrosse“ am Mittwoch über den positiven Befund in einer am 19. März genommenen Probe und eine automatisch einsetzende Suspendierung durch die Anti-Doping-Kommission des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) informiert worden. Nur wenige Stunden später schieden die nach eigenem Bekunden „unter Schock stehenden“ Berliner durch ein 85:96 bei den Telekom Baskets Bonn im Pokal-Viertelfinale aus.
Bei der Suche nach Gründen für den Fund von Amphetaminen in der A-Probe wurde der Club schnell fündig. „Michael nimmt gegen das ADS-Syndrom ein Medikament, das Amphetamine enthält. Allerdings schon seit seinem 14. Lebensjahr“, sagte Alba-Teamarzt Gerd-Ulrich Schleicher. Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ADS wird im Falle des 25-Jährigen mit einer jeden Tag einzunehmenden Dauermedikation therapiert, und die Behandlung ist durch ein Attest legitimiert. Wright beteuerte seine Unschuld: „Ich habe mit Doping nichts zu tun.“
Wie die BBL gestern mitteilte, werden alle Alba-Spiele in der Bundesliga mit den erzielten Ergebnissen gewertet. Daran würden weder eine eventuelle B-Probe noch der Ausgang des Verfahrens etwas ändern. Unklar ist aber, ob es im Fall einer zu Unrecht erfolgten Suspendierung von Wright möglicherweise zu Auswirkungen auf den Pokalwettbewerb kommt. „Wir sind keine schlechten Verlierer. Aber wir werden Protest einlegen“, sagte Teammanager Henning Harnisch. Außer Bonn hatten Titelverteidiger Köln, Ludwigsburg und Meister Frankfurt den Sprung ins Final-Four (7./8. Mai in Frankfurt) geschafft.
