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NWZonline.de Sport Basketball

Corona-Krise: Zuschauer-Aus stellt Sport vor Probleme

28.08.2020

Berlin Keine Zuschauer bis mindestens Ende Oktober und schärfere Corona-Regeln für Reiserückkehrer aus Risikogebieten: Für die Fußball-Bundesliga und den deutschen Spitzensport gab es am Donnerstag keine guten Nachrichten vom Polit-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten in Berlin. Wegen der Pandemie-Lage in Deutschland wird der Bundesliga-Saisonstart Mitte September definitiv ohne Publikum stattfinden.

„Corona ist wieder voll da in Deutschland, deswegen müssen wir uns dieser Situation stellen“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Es sei „nicht sinnvoll, im September mit Zuschauern zu starten. Es wäre mit einer steigenden Infektionszahl ein falsches Signal.“

Merkel und die Länderchefs einigten sich darauf, dass eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien in den kommenden beiden Monaten einen Vorschlag für den Umgang mit Fans bei bundesweiten Sportveranstaltungen erarbeiten soll. CSU-Chef Söder stellte zumindest in Aussicht, dass durch die Arbeitsgruppe „kleine, schrittweise Möglichkeiten“ vereinbart werden könnten, und zwar „noch vor Weihnachten“.

Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich sind, sollen indes sogar mindestens bis Ende Dezember 2020 nicht stattfinden.

Die Einschränkungen treffen neben den Fußballclubs von der Bundesliga bis zur Regionalliga auch die Spitzenvereine im Handball, Basketball und Eishockey sowie weitere stark von Zuschauer-Einnahmen abhängige Sportarten empfindlich. Die Bundesligasaison im Handball soll am 1. Oktober beginnen, die Basketballer und die Kufen-Cracks in der Deutschen Eishockey-Liga wollen im November in die Spielzeit 2020/21 starten – jeweils mit Zuschauern.

Inwieweit schon vor dem 31. Oktober zumindest einige Hundert Fans zugelassen werden, blieb zunächst offen. Die Beschränkungen für Teilnehmer an solchen Veranstaltungen unterscheiden sich derzeit in den Bundesländern stark.

Dem Profifußball droht aber ein weiteres Problem von möglicherweise noch viel größerer Tragweite. Ab dem 1. Oktober sollen Reiserückkehrer aus Risikogebieten eine Corona-Quarantäne frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach der Einreise in Deutschland beenden können. Das könnte massive Auswirkungen auf den Spielbetrieb in der Bundesliga und 2. Bundesliga haben, denn die Vereine stellen zahlreiche in- und ausländische Nationalspieler für die internationalen Partien ab.

Nach derzeitigem Stand wäre auch die DFB-Auswahl betroffen, die am 10. Oktober in der Ukraine spielt. Die Ukraine gehört zu einer Vielzahl von Ländern, die vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft worden sind. Im weiteren Saisonverlauf könnten Spiele in der Champions League und Europa League in Risikogebieten stattfinden.

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