BONN - Oldenburger Playoff-Jubel in der Höhle des Löwen: Die EWE Baskets haben die Überraschung geschafft und in der Endspielserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft zum 1:1 ausgeglichen. Am späten Donnerstagabend gewann das Team mit 79:70 (35:31) bei den Telekom Baskets Bonn und kann im nächsten Spiel am Sonntag (16.30 Uhr/Eurosport) in der heimischen EWE-Arena vorlegen. Zum Titelgewinn sind drei Siege nötig. Beste Werfer der Oldenburger waren Jason Gardner (18 Punkte) und Milan Majstorovic (17).

Oldenburgs Trainer Predrag Krunic war in der Partie bei seinem ehemaligen Verein die Anspannung anzumerken. Der 41-Jährige sprang, gestikulierte und schrie von der ersten Sekunde an – nicht nur neben der Seitenlinie, manches Mal stand er meterweit innerhalb des Feldes und feuerte sein Team an.

Im ausverkauften Telekom Dome bekamen die 6000 Zuschauer sofort attraktiven Basketball zu sehen. Spektakuläre Blocks, erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe und Dunkings auf beiden Seiten sorgten für einen hohen Geräuschpegel. Nachdem die Oldenburger schon mit sieben Punkten geführt hatten (21:14), ging das erste Viertel beim Stand von 21:18 für die Gäste zu Ende.

Das Tempo blieb bis zur Halbzeit hoch, die Trefferquote ließ allerdings auf beiden Seiten nach. Wie schon im ersten Spiel beauftragte Bonns Trainer Michael Koch den 27-jährigen Johannes Strasser damit, die Kreise von Aufbauspieler Jason Gardner zu stören. Das gelang phasenweise sehr gut, das Oldenburger Spiel geriet ins Stocken. Zum Viertelende hin befreiten sich die Gäste aber, wobei auch Gardner zunehmend wieder in seine Rolle fand. Ein Dreier von Miladin Pekovic brachte die Krunic-Truppe mit neun Punkten nach vorn (33:24), beim Stand von 35:31 für Oldenburg wurden die Seiten gewechselt.

Koch sah der nun hochdramatischen Partie scheinbar gelassen am Spielfeldrand kniend zu, während sich Krunic und die zehn beteiligten Akteure weiterhin körperlich verausgabten. Oldenburg lag meist mit vier oder fünf Punkten vorn, und die gut 400 Gäste-Fans verschafften sich in der Halle immer mehr Gehör. Anders als noch in der ersten Partie waren die Oldenburger in der Lage, das hohe Tempo mitzugehen – beziehungsweise dieses sogar vorzugeben. Knapp vier Sekunden vor Ende des dritten Viertels verwandelte Marko Scekic zwei Freiwürfe, so dass sein Team erstmals mit elf Punkten vorn lag (60:49), mit der Schlusssirene verkürzten die Bonner auf 51:60.

Der Vizemeister des Vorjahres blieb dran, und Koch stellte sein Team in einer Auszeit auf eine Aufholjagd ein. Vincent Yarbrough verkürzte per Drei-Punkte-Wurf auf 66:69 aus Bonner Sicht.

www.NWZonline.de/ewebaskets