• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Basketball

Corona-Krise: Kündigung löst heftige Debatte aus

06.08.2020

Bonn Der Fall des fristlos gekündigten Basketball-Nationalspielers Joshiko Saibou sorgt für Debatten und wird für die Baskets Bonn wohl ein juristisches Nachspiel haben.

Was war passiert?

Von Saibou und dessen Freundin, der Weitspringerin Alexandra Wester, waren in den sozialen Netzwerken Fotos von ihrer Teilnahme an der Demonstration gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Berlin zu sehen. Beide waren ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Abstand zu anderen Menschen zu sehen. Wegen „Verstößen gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrages als Profisportler“ war dem 30-Jährigen von seinem Club fristlos gekündigt worden. Saibou habe „wiederholt auf Social-Media-Kanälen seine Haltung zur Pandemie oder zum Virus an sich geäußert und bei einer Großdemonstration auch praktiziert, indem er vorsätzlich gegen die bekannten Schutzregeln verstieß“, hieß es in der Bonner Mitteilung. Saibou und Wester waren immer wieder durch Meinungsäußerungen zur Corona-Krise aufgefallen. So hatte Wester beklagt, durch die Corona-Maßnahmen ihrer Freiheit beraubt zu werden. Zudem sprach sie von einem Impfzwang für die Bevölkerung oder von Ärzten und Anwälten, die die Menschenrechte verteidigen und dafür in Gefängnispsychiatrien eingesperrt würden. Saibou hatte ein Video auf die Plattform Instagram gestellt, in dem er seine Follower mit Bezug auf die Corona-Beschränkungen provoziert.

Was sagen die Sportler?

„Wenn ich eine polarisierende Meinung habe, ist Gegenwind verständlicherweise programmiert. Daraufhin jedoch meinen Job zu verlieren, ist totalitär und ein Schlag ins Gesicht der Meinungsfreiheit“, sagte der Basketballer.

„Ein Verein sollte einen Athleten in seiner Diversity, seiner Entwicklung und auch seiner polarisierenden Meinung unterstützen oder zumindest sie akzeptieren“, sagte Wester in einem Video auf Instagram: „Ihn aber so abzufertigen, ist ein Schlag ins Gesicht, und es ist unfair. Das ist krass, und ich hätte nicht gedacht, dass das im Jahr 2020 noch passieren kann.“ Die Olympia-Teilnehmerin von 2016 sagte: „Sie versuchen sich an irgendeiner Art Körperverletzung aufzuhängen, weil er auf einem Foto keine Maske getragen hat.“ Sie hätten „sehr bewusst darauf geachtet, niemanden bei der Demo in Gefahr zu bringen und erst recht nicht seine Teamkollegen, weil die Telekom Baskets im Moment gar nicht im Team spielen oder trainieren. Das hat absolut keine Grundlage und ist wirklich heuchlerisch.“

Was sagt der Jurist?

Der Arbeitsrechtler Oliver Simon erklärte: „Aufgrund der aus Presseveröffentlichungen bekannten Umstände kommen aus arbeitsrechtlicher Sicht Zweifel an der Haltbarkeit der fristlosen Kündigung auf. Dass sich ein Athlet zu Verschwörungstheorien äußert oder in sozialen Netzwerken entsprechende Inhalte ohne Bezug zu seinem Arbeitgeber teilt, dürfte in der Regel kein geeigneter Grund für eine fristlose Kündigung sein.“

Und wie reagiert der Basketball-Bund?

„Eine Nominierung von Joshiko Saibou ist Sache des Bundestrainers. Es wird definitiv ein klärendes Gespräch geben müssen“, sagte DBB-Präsident Ingo Weiss. Bereits vor Wochen habe es ein Gespräch gegeben, als die Ansichten von Saibou erstmals hochkamen. „Ich habe ihm gesagt, ich akzeptiere deine Meinung, teile sie aber nicht“, sagte Weiss.

NWZ Bundesliga-Tippspiel 20/21
Wer wird Tippspiel-König 20/21? Am besten gleich mittippen und jeden Spieltag um einen 50€-Gutschein von Möbel Weirauch spielen!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.