BOSTON - Nach einer Saison zum Abhaken versprechen Dirk Nowitzki und die gesamte NBA wieder ein Jahr der Superlative. Dem Schiedsrichter-Skandal, schlechten Fernsehquoten und Gerüchten über sexuelle Belästigungen gegenüber Angestellten soll in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga die spannendste Spielzeit seit Jahren folgen. „Wir haben alles, was man haben muss, um Meister zu werden“, sagte Nowitzki vor dem Saisonstart an diesem Dienstag.

Nach dem blamablen Erstrunden-Aus in den Playoffs fordert auch die Tageszeitung „Dallas Morning News“ den Titel: „Die Uhr tickt. Die Mannschaft ist in ihrer Blütezeit.“ In den Titelkampf wollen auch die Mavericks wieder eingreifen. In der vergangenen Saison dominierten die Texaner die Hauptrunde nach Belieben, stellten mit 67 Siegen in 82 Spielen einen neuen Vereinsrekord auf, um dann kläglich an Außenseiter Golden State Warriors zu scheitern. Diese Mal stehen die „Mavs“ gleich in der ersten Partie gegen Vizemeister Cleveland Cavaliers mit LeBron James unter Zugzwang.

Der 29-jährige deutsche Ausnahmespieler scheint bereit für große Taten. „Wir werden nicht mehr so viele Jahre haben, in denen wir ernsthaft um den Titel mitspielen können. Schon deshalb sollten wir eine gute Saison spielen“, forderte Nowitzki, der in der vergangenen Saison als erster Europäer zum „wertvollsten Spieler“ (MVP) gewählt worden war. Doch auch diese Auszeichnung konnte die Enttäuschung über das blamable Ausscheiden nicht lindern. Erst bei einem Rucksack-Urlaub durch Australien heilten die Wunden.

Mit hartem Einzeltraining bei Mentor Holger Geschwindner brachte sich Nowitzki nach der EM in Spanien in Form und will in der neuen Spielzeit das erreichen, was ihm vor zwei Jahren bei der Finalniederlage gegen die Miami Heat nicht gelang: NBA-Meister zu werden. „Damals haben wir leider nicht den letzten Schritt gemacht.“

Um Nowitzki gab es in der Sommerpause immer wieder Wechselgerüchte. So war von einem Tausch mit Kobe Bryant die Rede, der bei den Los Angeles Lakers unzufrieden ist. Mavericks-Besitzer Marc Cuban beendete die Diskussionen mit einem Machtwort.