BREMEN - Kristaps Valters wurden zwei Freiwürfe verweigert. Baskets-Trainer Don Beck war extrem verärgert.
Von Oliver Schulz
BREMEN - Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören, sagt der Volksmund. Das 89:89 nach 40 Minuten wäre das gerechte Ergebnis gewesen in einem tollen Spiel zweier gleichwertiger Teams. So sahen es die EWE Baskets und Alba Berlin; so sahen es gestern Nachmittag auch 5106 begeisterte Zuschauer im Bremer AWD Dome. Nur die Schiedsrichter hatten scheinbar an der Partie der Basketball-Bundesliga und ihrem eigenen Tun so viel Freude gefunden, dass sie sich entschieden, weitere fünf Minuten spielen zu lassen. Da sich zunächst allein der Serienmeister aus der Hauptstadt dieser Entscheidung anschloss, sollte der 104:101 (52:45, 89:89)-Sieger nach Verlängerung Alba Berlin heißen.Die spannende Partie hätte gut den anderen Ausgang nehmen können, wenn das Foul an Kristaps Valters in der Schlusssekunde der regulären Spielzeit geahndet und mit zwei Freiwürfen bestraft worden wäre. Don Beck war über die (Nicht-)Entscheidung der Schiedsrichter außer sich vor Zorn. „Die drei Jungs haben die Sache entschieden. Stanojevic foult Kristaps Valters, und es passiert nichts. Die Referees pfeifen nicht und treffen damit wieder mal eine Entscheidung für Berlin. So etwas haben auch Chris Fleming und Joe Whelton erlebt“, schimpfte der Coach der EWE Baskets und erinnerte an die unglücklichen Niederlagen seiner Kollegen aus Quakenbrück und Trier.
Der Meinung des Trainers schloss sich Jens Brämer an. „Eigentlich soll man das Spiel nicht von einem Pfiff abhängig machen. Aber die Spiel entscheidende Situation war unser letzter Angriff, als das Foul gegen Valters nicht geahndet wurde. Kris ist unser bester Freiwurfschütze und hätte sicher einen rein gemacht. Ansonsten war ich zufrieden, weil wir Berlin ganz gut im Griff hatten“, sagte der Baskets-Manager. „Der Grund, warum wir nicht gewonnen haben, war aber letztlich Nino Garris.“
Der überragende Berliner (30 Punkte) war von den Oldenburgern nie in den Griff zu bekommen. Dennoch kontrollierten die Baskets bis kurz vor der Halbzeitpause den Gegner. In der 16. Minute ging Alba erstmals in Führung (41:39) und baute diese später dank eines 12:0-Laufes auf 59:45 (22.) aus. Die Moral der Oldenburger war aber nicht gebrochen, denn angetrieben von ihren Fans glichen sie kurz vor Ende des dritten Viertels (69:69) aus. Im letzten Abschnitt gelang Daniel Strauch dank eines Dreiers die 89:87-Führung, die aber Gerald Brown ausglich, bevor das Drama seinen Lauf nahm.
Strauch versuchte der unverdienten Niederlage etwas Positives abzugewinnen. „Natürlich ist es wahnsinnig enttäuschend, auf diese Art zu verlieren. Wir sollten aber aus der guten Leistung unsere Motivation ziehen. Noch ist nichts verloren.“
Der Lokalsender „Oldenburg eins“ zeigt heute und morgen einen Zusammenschnitt der Partie. Sendebeginn ist jeweils 20.25 Uhr.
