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NWZonline.de Sport Basketball

US-Investor bestimmt bei Eisbären Bremerhaven mit

10.10.2018

Bremerhaven Das Trainingszentrum der Eisbären Bremerhaven liegt direkt am Amerikaring im Stadtteil Weddewarden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war dort fast 50 Jahre lang die US Army mit mehr als 4000 Soldaten untergebracht. Seit diesem Sommer ist dieser Ort wieder unter amerikanischer Regie. Die DME Sports Academy aus Florida ist als Gesellschafter beim Basketball-Bundesligisten eingestiegen. Ein einmaliges, aber auch umstrittenes Konstrukt lässt den klammen Verein nach Jahren des Abstiegskampfes von besseren Zeiten träumen.

Dafür haben sich die Bremerhavener fast komplett in US-Hände begeben. DME-Besitzer Dan Panaggio, ein früherer Co-Trainer aus der NBA und nun auch Eisbären-Sportdirektor, hat im Sommer sechs US-Profis nach Bremerhaven gelotst. Nicht immer wurde vorher mit Trainer Arne Woltmann darüber gesprochen. „Dan hat entschieden, wenn er meinte, ein Spieler sei gut für die Eisbären“, sagt Bremerhavens Coach.

„Sind in einem Findungsprozess“

Auch wenn der Weg, den die Eisbären im Sommer eingeschlagen haben, laut Woltmann „alternativlos“ für die Bundesliga-Zugehörigkeit sei, klingt etwas Skepsis beim 44-Jährigen durch, der in den 1990er-Jahren beim Oldenburger TB in der 2. Bundesliga spielte. „Es kann was daraus entstehen“, sagt Woltmann: „Aber nicht auf Knopfdruck. Wir sind selbst in einem Findungsprozess. Wir müssen uns auch erstmal aneinander gewöhnen.“ Totale Zuversicht über die Zusammenarbeit mit Panaggio klingt anders.

Denn was passiert, wenn es nicht passt? Was hat ein 73-jähriger früherer Assistent von NBA-Trainerlegende Phil Jackson mit seiner Akademie aus Daytona Beach überhaupt von einer Beziehung mit einem abstiegsbedrohten Bundesligisten? „Nun, die Eisbären sind Teil einer außergewöhnlichen Liga in Europa. Die deutsche Liga befindet sich im Aufwind, sie hat eine glänzende Zukunft vor sich. Darum kann unsere Partnerschaft sowohl für die Eisbären als auch für uns eine lohnende Sache sein“, sagt Panaggio der „Nordsee-Zeitung“.

Vom Know-How profitieren

Es gibt dazu Pläne, in Deutschland eine DME-Akademie zu eröffnen – mit dem Standort Bremerhaven. Europäische Talente sollen sich dort für den US-Markt interessant machen und womöglich für die Eisbären auflaufen. „Die Amerikaner sind nun einmal im Basketball eine andere Liga als wir in Deutschland. Da wäre es doch dumm, wenn man das Know-How nicht nutzt“, betont Eisbären-Geschäftsführer Wolfgang Grube. Panaggio kenne „Hinz und Kunz und er hat Spaß daran.“

Hinz und Kunz sind in diesem Fall Profis oder Spielerberater. Unternehmer Grube weiß um die Schwierigkeiten bei einer Verpflichtung von US-Basketballern. „Wir kaufen alle die Katze im Sack. Wir sehen Highlight-Videos von den Spielern, und wenn sie dann da sind, sind sie entweder verletzt oder sie haben Heimweh. Oder sie sind barfuß ein paar Zentimeter kleiner als in ihren Stöckelschuhen“, sagt Grube. Mit dem neuen Sportdirektor soll das nicht mehr passieren. „Dan kennt unglaublich viele Spieler, davon können wir nur profitieren.“

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So gelang es den Eisbären, in Darnell Jackson einen Profi mit der Erfahrung von 138 NBA-Begegnungen zu verpflichten. „Er ist ein Leader“, sagt Woltmann über den 2,06 Meter großen früheren Spieler der Cleveland Cavaliers, Milwaukee Bucks und Sacramento Kings. Woltmann muss aus dem von Panaggio fast im Alleingang verpflichteten Spieler-Kader eine Mannschaft formen. Mit einem Sieg und einer Niederlage war der Liga-Start ordentlich. Im Pokal gab es eine Klatsche gegen Bonn. „Das ist alles sehr schwierig“, gibt der Eisbären-Coach zu: „Wir befinden uns noch in der Kennenlernphase.“

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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