Gießen - Das Gründungsmitglied Gießen 46ers steht nach mehr als 46 Jahren in der Basketball-Bundesliga vor dem Aus. Die Mittelhessen haben beim Amtsgericht Gießen „aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit“ einen Insolvenzantrag gestellt, wie der Club am Sonnabend unmittelbar nach dem überraschenden 72:69-Heimsieg gegen RP Ulm mitteilte. Trotz der jüngsten Entwicklungen wollen die 46ers „aktuell unverändert“ weiter am Spielbetrieb teilnehmen.

Die Mitteilung der Gießener betrug nur sechs Zeilen, weitere Einzelheiten wollten sie zunächst nicht nennen. Für Donnerstag ist eine Pressekonferenz mit Geschäftsführer Heiko Schelberg und dem vorläufigen Insolvenzverwalter Tim Schneider angesetzt. Der Rechtsanwalt will sich bis dahin einen ersten Überblick verschaffen.

In der Zentrale des Ligaverbandes BBL in Köln wurde man vom Vorgehen der Gießener völlig überrascht. Noch in der „vorvergangenen Woche“ hätten sich Experten des BBL-Gutachterausschusses vor Ort von Geschäftsführer Schelberg im Detail über die wirtschaftliche Situation des Bundesligisten informieren lassen.

„Während des Treffens gab es keine Hinweise, dass ein solcher Schritt notwendig werden könnte. Insofern, und weil wir den Club in den vergangenen Jahren im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens stets sehr eng begleitet haben, ist diese Entscheidung durchaus irritierend“, sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer. „Wir werden nun sehr zügig die veränderte Sachlage analysieren und uns einen Gesamtüberblick über die Situation verschaffen.“ Sobald der schriftliche Nachweis des Insolvenzantrages vorliegt, werden den 46ern vier Punkte abgezogen, kündigte Pommer an.

Die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer ist schon jetzt auch sportlich in Not: Punktgleich mit Ludwigsburg und Schlusslicht Frankfurt liegt sie auf dem drittletzten Tabellenplatz.