Neu-Ulm - Im mühsamen Neuaufbau haben die deutschen Basketballer beim Supercup das erhoffte Achtungszeichen vor der Europameisterschaft deutlich verpasst. Erstmals seit 2001 beendete der Titelverteidiger das prestigeträchtige Vorbereitungsturnier ohne Sieg.

Zehn Tage vor dem EM-Start gegen Mitfavorit Frankreich war zum Abschluss am Sonntag in Neu-Ulm auch der zweimalige Europameister Griechenland beim 62:78 (30:41) mehrere Nummern zu groß für das unerfahrene Team von Bundestrainer Frank Menz, das in Slowenien neben Superstar Dirk Nowitzki auch auf zahlreiche weitere etablierte Kräfte verzichten muss.

Menz versuchte nach der dritten Niederlage im dritten Spiel dennoch Zuversicht zu verbreiten. „Wir haben ein großartiges Spiel gemacht mit diesem Aufgebot gegen diese Griechen“, sagte der Nachfolger von Svetislav Pesic. „Wir brauchen keine Siege mit 30 Punkten gegen unterklassige Teams, wir brauchen diese Spiele gegen starke Gegner.“

Wie schon bei den Niederlagen gegen Bosnien-Herzegowina (62:73) und Mazedonien (67:81), das sich am Abend mit 93:84 über Bosnien den Turniersieg sicherte, zeigte sich die DBB-Auswahl engagiert und hielt phasenweise gut mit. Doch spätestens nach dem 21:23 Mitte des zweiten Viertels konnte der Gastgeber das Tempo der Hellenen nicht mehr mitgehen und musste besonders die Extraklasse von Aufbauspieler Vasilis Spanoulis (19 Punkte) anerkennen. „Die Mannschaft hat keinen Spieler, der sie trägt“, sagte Menz über sein Team.

Verwirrung gab es am Sonntag über die Zukunft des Tübingers Johannes Lischka im vorläufigen EM–Aufgebot. Entgegen vorheriger Verbandsdarstellung sei der 26-Jährige nicht endgültig gestrichen, betonte Menz.

Vor dem Spiel wurden die deutschen Europameister von 1993 bei ihrem Treffen zum 20. Jahrestag für den Triumph von München ausgezeichnet. Das Team des Ex-Nationaltrainers Pesic erhielt die goldene Ehrennadel des Deutschen Basketball Bundes.