Oldenburg - „Von Null auf Tausend.“ So beschreibt Mladen Drijencic das, was in den vergangenen Wochen um ihn herum passiert ist. Vor einem Monat noch für die Oldenburger Drittliga-Mannschaft verantwortlich, dann die Beförderung zum Interimstrainer des Bundesliga-Teams und vor wenigen Tagen mit dem Pokalsieg der erste Titel – rasanter kann ein Aufstieg kaum sein.
Nachdem Club-Chef Hermann Schüller dem 49-jährigen Drijencic nach dem Pokaltriumph am Sonntag die Zusage für einen Cheftrainer-Vertrag für die kommende Saison gegeben hatte, wollen die EWE Baskets nun schnellstmöglich Nägel mit Köpfen machen. Bereits in der kommenden Woche – nach dem Doppelspieltag mit den Partien gegen Ulm zu Hause an diesem Freitag (20 Uhr/Sport 1) und beim Mitteldeutschen BC am Sonntag (17 Uhr) – soll mit den Vertragsgesprächen begonnen werden.
„Wir wollen jetzt Fakten schaffen. Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende April Klarheit haben“, sagte Schüller gegenüber der NWZ . Nach seinen Angaben seien bei ihm nach der Trennung von Sebastian Machowski Mitte März rund 50 Bewerbungen für das Traineramt eingegangen. Mit dem frühzeitigen Bekenntnis zu Drijencic habe man die Diskussionen beenden wollen, so Schüller. Die Klarheit auf dem Trainerposten hat den zusätzlichen Effekt, dass die Oldenburger ihre Kaderplanungen für die kommende Saison nun gezielter vorantreiben können. Dabei hoffen die Baskets, von Drijencic’ ausgezeichnetem Ruf als Talente-Förderer zu profitieren. „Das könnte gerade bei jungen, deutschen Spielern eine Rolle spielen“, sagte Schüller.
Der Unternehmer betonte, dass seine unmittelbar nach dem Pokaltriumph vergebene Jobgarantie für Drijencic beileibe keine in der Euphorie getätigte Kurzschluss-Handlung gewesen sei. „Das war eine sehr überlegte Entscheidung, die schon etwas länger feststand“, sagte Schüller und ergänzte: „Mladen erfüllt alle Anforderungen, die wir an ihn stellen und die nötig sind, um ein Team in der Bundesliga zu trainieren.“
Schüller hat vor allem imponiert, wie es Drijencic gelungen ist, der noch vor wenigen Wochen total verunsicherten Mannschaft innerhalb kurzer Zeit neues Selbstvertrauen einzuimpfen. „Mit seinem Optimismus, Energie und Leidenschaft hat er es geschafft, jeden einzelnen Spieler mitzunehmen und das Teamgefühl wiederzubeleben – das war sehr beeindruckend“, schwärmte der Baskets-Chef: „Mladen verfügt über eine ihm angeborene Art der Menschenführung, die sensationell ist.“
Bevor Drijencic die Bundesliga-Mannschaft übernahm, hatte er sich um die Nachwuchsarbeit bei den Baskets verdient gemacht. Schüller versicherte, dass der Deutsch-Kroate auch im Falle eines Scheiterns als Chefcoach in seinen alten Aufgaben-Bereich zurückkehren könne: „Er wird immer eine Rückzugsmöglichkeit haben.“
