Oldenburg - Die Fans der EWE Baskets Oldenburg freuen sich auf das Pokalturnier an diesem Wochenende in ihrem Wohnzimmer. „Das ist für den Basketball-Standort Oldenburg eine tolle Gelegenheit, sich zu präsentieren“, sagt Jannik Wiggers, Vorsitzender des Baskets-Fanclubs „Thunderstorm“ (130 Mitglieder) über die Veranstaltung in der großen EWE-Arena.

In die Vorfreude mischen sich aber auch kritische Töne über den Modus des Pokalwettbewerbs. „Die Oldenburger haben sich zuletzt 2002 sportlich für das Top-Four-Turnier qualifiziert. Dieses Mal sind sie dabei, weil sie als Gastgeber automatisch qualifiziert sind“, sagt Wiggers: „Dass man sich die Veranstaltung und damit die Teilnahme kaufen kann, verzerrt den Wettbewerb.“

2014 hatte der Ligaverband BBL das Turnier nach Oldenburg vergeben, womit die Teilnahme der Baskets feststand. Für die Ausrichtung muss der Gastgeber an die BBL zahlen und kann dann die Summe beispielsweise über Sponsorengelder wieder einholen. Die drei übrigen Starter wurden in einer Qualifikationsrunde ermittelt, in der im Februar die besten sechs Teams der Bundesliga-Hinrunde (die Baskets wurden bei der Berechnung ausgeklammert) antraten. Die Sieger dieser drei Partien – Berlin, Bamberg und Bonn – sind nun mit dabei.

Dieser Modus wird seit 2009 praktiziert. Zuvor hatte die Qualifikation für das Finalturnier in klassischer Form aus mehreren Runden bestanden; dabei waren auch Teams aus verschiedenen Ligen an den Start gegangen. Dieses habe sich aber, so BBL-Geschäftsführer Jan Pommer, nicht bewährt. Überraschungen, wie sie im DFB-Pokal der Fußballer immer wieder vorkommen, habe es kaum gegeben. Zudem hätten viele Spiele von Erstligisten bei unterklassigen Teams in schwach gefüllten Hallen stattgefunden. „Wir haben den Pokal auf das Maximale reduziert“, verteidigt Pommer die Änderung.

Wiggers fordert stattdessen einen Wettbewerb, bei dem zumindest alle Erstligisten vertreten sind. Das würde den sportlichen Wert anheben.

Kritik an den Spielterminen kommt derweil von Alba Berlin, das in Oldenburg am Sonnabend um 17 Uhr auf die Baskets Bamberg trifft. Die Berliner würden lieber um 20 Uhr antreten. Dann ist die Partie Oldenburg - Bonn vorgesehen. Hintergrund: Die Berliner bestreiten an diesem Donnerstag um 20 Uhr ihr wichtiges Euroleague-Spiel gegen Maccabi Tel Aviv. Würden sie am Sonnabend erst das zweite Spiel bestreiten, hätten sie drei Stunden mehr Zeit zur Vorbereitung. Pommer bezweifelt dagegen, dass jene drei Stunden einen Unterschied ausmachen.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)