Los Angeles - Mit dem hollywoodreifen Ende seiner Karriere überstrahlte Kobe Bryant sogar den historischen NBA-Siegrekord der Golden State Warriors. An einem Abend der großen Emotionen in der Hochglanz-Liga verabschiedete sich der Superstar der Los Angeles Lakers mit einer 60-Punkte-Gala von der Basketball-Bühne.

Als Bryant nach dem 101:96-Sieg seiner Los Angeles Lakers über Utah Jazz die Ovationen der Promi-Fans Jack Nicholson oder David Beckham genoss, holten sich die Warriors parallel ihre Bestmarke. Der Meister feierte zum Hauptrunde-Ende den 73. Sieg – und entthronte damit die legendären Chicago Bulls. Das Team um Ikone Michael Jordan hatte 1995/96 mit 72:10-Erfolgen die bislang beste Bilanz aufgestellt. „Eine große Nacht des Basketballs“, schwärmte selbst US-Präsident Barack Obama.

Der Bilderbuch-Abschied von Bryant wirkte indes wie das Drehbuch eines gefühlsduseligen Streifens aus der kalifornischen Traumfabrik. Mit letzter Energie führte der 37-Jährige die Lakers zum Sieg, stellte mit 60 Zählern eine Saison-Bestmarke auf und ließ sich im Konfettiregen feiern. Selbst Hollywood-Star Nicholson sprang an der Seitenlinie wie ein Kleinkind auf und riss beide Arme in die Höhe.

„Wie viele Kinder können sagen, dass sie für ihr Lieblingsteam spielen und ihre ganze Karriere dort verbringen durften“, schwärmte Bryant, der fünf Meistertitel gewann: „Du kannst diese Story nicht besser schreiben.“

Er könne gar nicht glauben, „wie schnell diese 20 Jahre vorbei gegangen sind“, sagte der zweimalige Olympiasieger nach seinem 1556. Spiel. Mit 39 283 Punkten macht der 37-Jährige, der seit 1996 ununterbrochen für die Lakers spielte, Schluss – und geht als drittbester Scorer in die Geschichtsbücher der NBA ein.

In einem Einspieler auf dem Videowürfel huldigten Weggefährten dem prägenden Akteur einer Generation. „Es war mir ein Vergnügen, dich spielen zu sehen und gegen dich anzutreten“, sagte Dirk Nowitzki und twitterte: „Talent, Leidenschaft, Hingabe, Killer-Instinkt. Er hatte alles.“

Seit Wochen und Monaten war klar, dass die „Black Mamba“ an diesem Tag abtreten würde. Doch der Schlussakkord übertraf alle Erwartungen. 19 060 Fans kamen ins Staples Center. Die Lakers-Ikonen „Magic“ Johnson und Shaquille O’Neal saßen ebenso am Spielfeldrand wie die Rapper Jay-Z und Snoop Dogg. „Wir alle sind hier, um den größten Spieler der Lakers aller Zeiten zu feiern“, sagte Johnson. In den Online-Ticketportalen wurden zuletzt schwindelerregende Preise jenseits von 30 000 Euro für die letzten Karten aufgerufen.

Und der Hype steigerte sich weiter. Die Los Angeles City Hall erleuchtete am Abend in Gelb und Lila, den Farben der Lakers. „Ich kann mich nur bedanken“, sagte Bryant und winkte seiner Frau Vanessa und den Kindern Natalia Diamante und Gianna Maria-Onore zu: „Danke, Leute. Für all die Unterstützung, die Motivation, die Inspiration. Wir sind durch Höhen und Tiefen gegangen. Aber das Wichtigste ist, dass wir alles zusammen durchgestanden haben.“