Phoenix - Die Liste der Lobpreisungen für Sebastian Vollmer ist lang. Für seinen Quarterback Tom Brady ist er „der momentan wohl gigantischste Deutsche“, Trainer Bill Belichick bezeichnet den Right Tackle der New England Patriots als „einen Traum für einen Coach“. Und auch Basketball-Star Dirk Nowitzki bescheinigt dem aus dem Rheinland stammenden Kraftpaket eine „super Saison.“

Vollmer blendet die schmeichelnden Worte jedoch einfach aus. Er fokussiert sich voll auf das 82. und wichtigste Spiel seiner Karriere in der nordamerikanischen Football-Profiliga NFL: In der Nacht von Sonntag auf Montag (0.30 Uhr/Sat 1) trifft Vollmer mit den Patriots im Super Bowl in Glendale/Arizona auf den Meister Seattle Seahawks. Nach der 17:21-Finalniederlage 2012 gegen die New York Giants will er im zweiten Anlauf Meister werden. Dass Vollmer somit der erste deutsche NFL-Champion wäre, ist für ihn dabei sekundär. „Als Sportler möchte ich gewinnen. Mit meiner Herkunft hat das für mich persönlich nichts zu tun“, betont der 30-Jährige.

Vollmer bewegt sich auf der größten Bühne seines Sports gekonnt, selbstsicher und nach fast sechs NFL-Jahren auch routiniert. Auf den Medienrummel mit den täglichen Pressekonferenzen, die zur Super-Bowl-Woche gehören, könnte er jedoch verzichten. Er stehe nicht gern im Rampenlicht sagte er.

Als die Patriots 2002 erstmals den Super Bowl gewannen, saß Vollmer mit seinen Freunden des Quirinus-Gymnasiums Neuss zusammen, verfolgte nachts das Spiel. Seit 2009 ist er einer von Bradys fünf Bodyguards, seit fünf Jahren der auf der rechten Seite. Und obwohl Vollmer als Deutscher einen „komplett anderen Football-Hintergrund“ habe, könne er sich „niemand anderen als ihn“ auf seiner rechten Seite vorstellen, sagte Brady.