FRANKFURT - Die ersehnte EM-Zusage von Superstar Dirk Nowitzki ist da, ein Selbstläufer wird die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 für Nationalcoach Dirk Bauermann trotzdem noch lange nicht. „Natürlich ist es fantastisch, dass Dirk uns zur Verfügung steht. Die Aufgabe bei der Europameisterschaft bleibt damit aber immer noch schwer“, sagte der Basketball-Bundestrainer. Mindestens Platz fünf ist für das deutsche Team in Litauen notwendig, um sich das Ticket für das Qualifikationsturnier zu sichern. Nur die beiden Finalteilnehmer sind direkt in London dabei.

Nowitzki hatte am Donnerstagabend seine Zusage für die EM (31. August bis 18. September) gegeben. „Wenn alles weiter so gut läuft und ich gesund bleibe, freue ich mich schon, dort zu spielen“, verkündete der Würzburger, der an diesem Sonnabend mit den Dallas Mavericks gegen die Portland Trail Blazers in die NBA-Playoffs startet. „Ich glaube, wir haben eine super Truppe, die die Olympia-Qualifikation schaffen kann“, sagte Nowitzki.

Der 2,13-Meter-Riese hatte zuletzt im Sommer 2008 für Deutschland gespielt und sich mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking einen Traum erfüllt. Als Fahnenträger war er zum Gesicht der deutschen Olympia-Mannschaft geworden, das Miteinander im Athleten-Dorf hatte den aus der NBA eigentlich nur Anonymität gewohnten Blondschopf zudem tief geprägt.

Dass die Chancen auf ein London-Ticket durch Nowitzkis Mitwirken deutlich gestiegen sind, ist klar. Zumal mit der Rückkehr des 32-Jährigen auch eine Teilnahme des 2008 eingebürgerten Chris Kaman wieder wahrscheinlicher wird. „Das erhöht unsere Chancen bei Chris ungemein. Zwar muss sich der Verband jetzt noch mit seinem Club Los Angeles Clippers einigen, ohne Dirk wäre Chris aber auf gar keinen Fall gekommen“, sagte Bauermann über den Center.

Die beiden NBA-Stars Nowitzki und Kaman, dazu die hoffnungsvollen Talente Tibor Pleiß, Robin Benzing und Elias Harris – das deutsche Team könnte bei der EM in Litauen plötzlich zu den Favoriten gehören. Doch Bauermann warnt trotz aller Euphorie, denn die Gruppe sei sehr schwer.

„Man kann die Vorbereitung jetzt ganz anders planen, schließlich spielt man mit Dirk und eventuell Chris ganz anders als ohne die beiden“, sagte Bauermann. Der 53-Jährige freut sich ganz besonders für seine jungen Spieler. „Sie können an der Seite von Dirk jede Menge lernen. Das ist für den deutschen Basketball fantastisch.“