GIEßEN - Mit einem Eisbeutel am rechten Sprunggelenk humpelte Rickey Paulding aus der Halle in Gießen, nachdem der Oldenburger Flügelspieler kurz vor dem Ende der Partie der Basketball-Bundesliga umgeknickt war. Das Bild stand symbolisch für das Spiel seiner Mannschaft, der nach passablem Start in der Endphase die Kraft fehlte, um den kampfstarken Gießen 46ers Paroli zu bieten. 73:78 (39:33) verlor das Team von Trainer Predrag Krunic, bei dem Je’Kel Foster mit 15 Punkten bester Werfer war. Es war die dritte Niederlage des Meisters im vierten Auswärtsspiel.
Vor allem aber waren es die Oldenburger selbst, die sich um ein Erfolgserlebnis brachten. Drei Tage nach dem Spiel in Athen fehlte ihrem Spiel das, was es sonst auszeichnet: Konstanz und Sicherheit in den Aktionen. Zudem beklagte Krunic, dass zu oft „falsche Entscheidungen“ in der Offensive getroffen wurden. Besser wäre dies mit Fehlwürfen, Fehlpässen und unnötigen Ballverlusten beschrieben. 18 Mal verloren die Baskets den Ball an die Gießener, die daraus meist Nutzen ziehen konnten. Besonders aus der Zone unter den Körben, denn von da aus holten sie 48 Punkte, während den Baskets von hier aus nur 24 gelangen, waren sie erfolgreich.
Dabei hatte das Spiel aus Gästesicht gut begonnen (14:7/6. Minute). Hier wurde das erste Mal versäumt, sich abzusetzen. Gießen kam auf, glich aus (24:24/15.). Dennoch führten die Baskets zur Pause.
Deutlich wurde aber schon, dass die Gastgeber stärker wurden und ihre Fehlerquote senkten, während es bei den Baskets gegenläufig war. Die zweite Chance, für Ruhe unter den 3320 Fans in der Halle zu sorgen, vergaben die Baskets nach 23 Minuten, als sie die 50:40-Führung nicht ausbauen konnten, weil sie Fehlpässe und Fehlwürfe produzierten. Und sie bekamen noch eine dritte Chance, das Spiel in ihrem Sinn zu gestalten, als sie 59:52 (30.) führten. Jetzt aber fehlte die Kraft, um den beherzt kämpfenden Gastgebern Paroli zu bieten. Mit einer 13:0-Serie zur 65:59-Führung brachten sie die Baskets in die Defensive und nutzten viele Ballgewinne zu leichten Punkten. Genau die hatten die Oldenburger zuvor nicht gemacht. Und mit jedem Punktgewinn wurde der Lauf der Hessen besser. Anders dagegen die Oldenburger, die erschöpft waren und bei denen es nicht mehr rund lief. Ganz so wie bei Rickey Paulding.
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