HAMBURG - Basketball-Star Dirk Nowitzki verdient im texanischen Dallas bis zu 19 Millionen Dollar im Jahr. Nicolas Kiefer hat als Tennis-Profi Millionen gesammelt, und Springreiter Ludger Beerbaum ist durch seine vielen Siegesritte zum Einkommens-Millionär geworden.
Sie alle gehören zu jenen 45 Sportlern, die eine besondere Gruppe bilden innerhalb des 439-köpfigen deutschen Olympia-Teams. Dieses zieht in diesen Tagen als Klassengesellschaft in das Olympische Dorf ein. Die Sport-Millionäre werden neben den Sozialfällen wohnen.
So einer ist Florence Ekpo-Umoh, 400-m-Läuferin mit nigerianischen Wurzeln, 2003 des Dopings überführt, Hartz-IV-Empfängerin und Neueinsteigerin.
Die Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) klassifiziert die Peking-Fahrer in Berufsgruppen. 33 Prozent sind Studenten, 22 Prozent Berufs- oder Zeitsoldaten, 15 Prozent Auszubildende oder Schüler, zwei Prozent Bundespolizisten, 25 Prozent Selbstständige oder Berufstätige, drei Prozent werden als Sonstige geführt.
Die Selbstständigen – 45 Personen – sind die einzigen Olympioniken, die nicht oder nicht mehr von der DSH gefördert werden. Zu ihnen zählen die 14 Handballer und zwölf Basketballer, sechs Reiter, neben Kiefer noch dessen Tennis-Kollegen Michael Kohlschreiber und Rainer Schüttler, die Radfahrer Jens Voigt und Stefan Schumacher sowie drei weitere Straßenradfahrer, die Leichtathleten Tim Lobinger, Danny Ecker und Sabrina Mockenhaupt, die Schwimmerin Britta Steffen und der Tischtennisspieler Timo Boll.
Gefördert werden von der DSH hingegen alle anderen Mannschaften, also auch jene sieben Handballerinnen und neun Volleyballer, die ihr Geld im Ausland verdienen.
Auch das Beispiel Fabian Hambüchen zeigt, wie schwierig Abgrenzungen zu treffen sind. Der junge Turnstar ist zu einer hoch profitablen Ich-AG geworden. Doch im Gegensatz zur Schwimmerin Britta Steffen steht Hambüchen noch unter dem jährlich kündbaren DSH-Vertrag. Fünf Prozent seiner inzwischen beträchtlichen Marketingeinnahmen muss der 20-Jährige deshalb an die Sporthilfe abführen.
Für eine Goldmedaille in Peking zahlt die DSH eine Prämie von 15 000 Euro. Außerdem erhalten deutsche Olympiasieger meist von den Sporthilfen ihrer Bundesländer oder von Sponsoren ihrer Fach-Verbände weitere Gelder.
